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Der Rückblick auf das Jahr 2025 von Cloudflare Radar: Aufstieg der KI, Post-Quanten-Verschlüsselung und rekordverdächtige DDoS-Angriffe

2025-12-15

Lesezeit: 47 Min.
Dieser Beitrag ist auch auf English, 繁體中文, Français, 日本語, 한국어, Português, Español, und 简体中文 verfügbar.

Der Jahresrückblick 2025 von Cloudflare Radar ist da: unser sechster Rückblick zu den Internettrends und -mustern, die wir das ganze Jahr über auf Grundlage unseres umfassenden Überblicks über das Netzwerk beobachten konnten.

Das globale Netzwerk von Cloudflare mit Standorten in 330 Städten in über 125 Ländern/Weltregionen verarbeitet durchschnittlich über 81 Millionen HTTP-Anfragen pro Sekunde und in Spitzenzeiten sogar mehr als 129 Millionen HTTP-Anfragen pro Sekunde im Auftrag von Millionen von Kunden-Websites. Zusätzlich werden etwa 67 Millionen (autoritative und Resolver)-DNS-Abfragen pro Sekunde beantwortet. Dadurch verfügen wir über eine einzigartige Perspektive. Cloudflare Radar verknüpft die von diesen Web- und DNS-Diensten generierten Daten mit anderen, ergänzenden Datensätzen, um nahezu in Echtzeit Einblick in die von uns im gesamten Internet beobachteten Traffic-, Bot-, Sicherheits-, Konnektivitäts- und DNS-Muster und -Trends zu ermöglichen. 

Der Jahresrückblick von Radar nutzt diese Beobachtbarkeit und bietet anstelle einer Echtzeitansicht eine Rückschau auf das Jahr 2025 mit interaktiven Diagrammen, Grafiken und Karten. Damit können Sie sich ausgewählte Trends und Messungen genauer ansehen und Vergleiche zum Vorjahr und zwischen verschiedenen Weltregionen anstellen. Es besteht auch die Möglichkeit, Grafiken aus „Das Jahr im Rückblick“ an Andere weiterzuleiten oder sie einzubetten. 

„Das Jahr 2025 im Rückblick“ ist in sechs Abschnitte gegliedert: Traffic, KI, Einführung und Nutzung, Konnektivität, Sicherheit und E-Mail-Sicherheit. Die Daten decken den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 2. Dezember 2025 ab. Zur Gewährleistung der Vergleichbarkeit haben wir die zugrunde liegenden Berechnungsmethoden der Vorjahre unverändert beibehalten. Im laufenden Jahr wurden einige neue Datensätze integriert, darunter mehrere KI-bezogene Kennzahlen, globale Geschwindigkeitstestaktivitäten und eine Darstellung der Größenentwicklung hypervolumetrischer DDoS-Angriffe. Trends für über 200 Länder/Weltregionen sind auf der Microsite verfügbar. Kleinere oder weniger dich besiedelte Standorte wurden aufgrund unzureichender Daten ausgeschlossen. Einige Kennzahlen sind nur für die gesamte Welt verfügbar und werden nicht angezeigt, wenn ein einzelnes Land oder eine einzelne Weltregion ausgewählt wurde. 

In diesem Beitrag heben wir die wichtigsten Ergebnisse und interessanten Beobachtungen aus den Hauptrubriken der Microsite „Das Jahr im Rückblick“ hervor. Zudem haben wir erneut einen begleitenden Blogbeitrag zu den beliebtesten Internetdiensten veröffentlicht, der speziell auf die Trends bei den führenden Internetdiensten eingeht.

Wir empfehlen Ihnen, sich auf der Microsite „Das Jahr 2025 im Rückblick“ die Datensätze und Kennzahlen genauer anzusehen. Sie finden dort auch ausführliche Informationen für Ihr Land bzw. Ihre Weltregion und können sehen, was sich dort seit 2024 getan hat und wie der Vergleich zu anderen Themengebieten ausfällt.

Wir hoffen, dass der Jahresrückblick als aufschlussreiches und wirkungsvolles Werkzeug zur Untersuchung der Umbrüche, Fortschritte und Kennzahlen dienen kann, die das Internet im Jahr 2025 geprägt haben. 

Lassen Sie uns loslegen.

Wichtigste Ergebnisse

Traffic

  • Der globale Internettraffic ist 2025 um 19% gestiegen, wobei ein deutliches Wachstum ab August verzeichnet wurde.

  • Bei den Top 10 der beliebtesten Internetdienste gab es gegenüber 2024 einige Veränderungen und es wurde eine Reihe neuer Anbieter in die Kategorielisten aufgenommen.

  • Der Starlink-Datenverkehr hat sich 2025 verdoppelt, was den Traffic aus über 20 neuen Ländern/Weltregionen mit einschließt.

  • Googlebot war auch 2025 für die größte Menge an Anfragetraffic bei Cloudflare verantwortlich, da der Dienst Millionen Websites von Cloudflare-Kunden zwecks Suchindexierung und KI-Training durchforstet hat.

  • Der Anteil des von Menschen generierten, quantensicher verschlüsselten Web-Traffics ist auf 52 % gestiegen.

  • Googlebot war für mehr als ein Viertel des verifizierten Bot-Traffics verantwortlich.

AI

  • Das Crawling-Volumen des Dual-Purpose-Googlebot übertraf das anderer KI-Bots und Crawler deutlich.

  • Das Crawlen von KI-„Nutzeraktionen“ hat sich 2025 um mehr als das 15-Fache erhöht. 

  • Während andere KI-Bots 4,2 % des HTML-Anfrage-Traffics ausmachten, entfielen auf Googlebot allein 4,5 %.

  • Anthropic wies unter den führenden KI- und Suchplattformen das höchste Crawl-to-Refer-Verhältnis auf.

  • KI-Crawler waren die am häufigsten in robots.txt-Dateien als vollständig unzulässig gekennzeichneten User Agents.

  • Bei Workers AI war das Llama-3-8b-Instruct-Modell von Meta das beliebteste Modell, und Textgenerierung war die beliebteste Aufgabenart.

Einführung und Nutzung

  • iOS-Geräte verursachten weltweit 35 % des gesamten Datenverkehrs mobiler Geräte und in vielen Ländern mehr als die Hälfte des Geräte-Traffics.

  • Der Anteil der Webanfragen, die HTTP/3 und HTTP/2 verwendet haben, ist im Jahr 2025 weltweit leicht gestiegen.

  • JavaScript-basierte Bibliotheken und Frameworks waren als Werkzeuge für die Erstellung von Webseiten weiterhin von integraler Bedeutung.

  • Ein Fünftel der automatisierten API-Aufrufe wurde von Go-basierten Clients gestellt.

  • Google bleibt die führende Suchmaschine. Mit deutlichem Abstand folgen Yandex, Bing und DuckDuckGo.

  • Chrome ist weiterhin der führende Browser bei allen Plattformen und Betriebssysteme  – außer bei iOS, wo Safari über den größten Marktanteil verfügt.

Konnektivität

  • Rund um den Erdball wurden dieses Jahr über 174 große Internetausfälle beobachtet. Knapp die Hälfte davon ging darauf zurück, dass staatliche Anordnung die Verbindung zum Web auf regionaler oder nationaler Ebene gekappt wurde.

  • Weltweit wurde weniger als ein Drittel der Dual-Stack-Anfragen über IPv6 gestellt, während es in Indien mehr als zwei Drittel waren.

  • Europäische Staaten zählten zu den Ländern mit den höchsten Download-Geschwindigkeiten von jeweils mehr als 200 Mbit/s. Spanien gehörte weiterhin durchweg zu den Spitzenreitern, was die gemessenen Kennzahlen zur Internetqualität betraf.

  • London und Los Angeles waren 2025 Hotspots für Cloudflare-Geschwindigkeitstests.

  • Mehr als die Hälfte des Anfrage-Traffics kam von Mobilgeräten in 117 Ländern/Weltregionen.

Sicherheit

  • 6 % des weltweiten Datenverkehrs über das Netzwerk von Cloudflare wurden von unseren Systemen Abwehrmaßnahmen unterzogen: Entweder, weil der Traffic als potenziell bösartig eingestuft wurde, oder aus von Kunden festgelegten Gründen.

  • Der weltweite Bot-Traffic kam zu 40 % aus den Vereinigten Staaten und ein Viertel ging von Amazon Web Services und Google Cloud aus.

  • Organisationen im Segment „Menschen und Gesellschaft“ wurden 2025 am häufigsten ins Visier genommen.

  • Die Routing-Sicherheit hat sich 2025 gemessen am Anteil der gültigen RPKI-Routen und des abgedeckten IP-Adressraums ontinuierlich verbessert.

  • Die Größe hypervolumetrischer DDoS-Angriffe hat im Lauf des Jahres erheblich zugenommen.

  • Mehr als 5 % der von Cloudflare analysierten E-Mail-Nachrichten wurden als bösartig eingestuft.

  • Zu den häufigsten Bedrohungen, die sich in schädlichen E-Mail-Nachrichten fanden, gehörten betrügerische Links, Identitätstäuschung und Markenimitation.

  • Fast alle E-Mails von den Top-Level-Domains .christmas und .lol wurden entweder als Spam oder als bösartig eingestuft.

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Anstieg des globalen Internettraffics um 19 % im Gesamtjahr – deutliches Wachstum ab August

Um Traffictrends im Zeitverlauf für den Jahresrückblick herauszuarbeiten, verwenden wir das durchschnittliche tägliche Datenverkehrsvolumen (ohne Bot-Traffic) der zweiten vollen Kalenderwoche (12.–18. Januar) des Jahres 2025 als Referenz. (Die Wahl ist auf die zweite Kalenderwoche gefallen, weil bei den Menschen dann in der Regel nach den Weihnachts- und Neujahrsfeiertagen wieder der normale Schul-, Universitäts- oder Arbeitsalltag eingekehrt ist.) Die in unserem Diagramm zu den Traffictrends abgebildete prozentuale Veränderung steht im Verhältnis zum Referenzwert und repräsentiert nicht das absolute Datenverkehrsaufkommen eines Landes/einer Weltregion. Die Trendlinie bildet einen Siebentagesdurchschnitt ab. Dieser wird zur Glättung der starken Schwankungen genutzt, die bei täglich erhobenen Daten auftreten. 

Der Anstieg des Datenverkehrs hat 2025 dem Anschein nach in mehreren Phasen stattgefunden. Der Traffic war bis Mitte April durchschnittlich eher gleichbleibend und war im Allgemeinen nur wenige Prozent niedriger als der Ausgangswert. Danach steigerte er sich aber bis Mai auf ein Niveau, das sich 5 % über dem Referenzwert ansiedelte. Bis Mitte August hielt er sich im Bereich von +4 % bis +7 %. Zu diesem Zeitpunkt beschleunigte sich das Wachstum, das im September, Oktober und November stetig zunahm und bei +19 % den Jahreshöchststand erreichte. Unterstützt wurde dies durch eine Steigerung Ende November. Die Wachstumsrate fällt 2025 damit etwa 10 % höher aus als im Vorjahr (17 %). In früheren Jahren haben wir ebenfalls eine Beschleunigung des Traffic-Wachstums in der zweiten Jahreshälfte beobachtet, allerdings hatte diese in den letzten drei Jahren bereits im Juli eingesetzt. Warum sich diese Entwicklung 2025 anscheinend um mehrere Wochen verzögert hat, ist unklar.

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Diesjährige Trends beim Internettraffic weltweit

Das höchste Spitzenwachstum verzeichnete Botswana, wo der Referenzwert am 8. November um 298 % und am Ende des Zeitraums um 295 % übertroffen wurde. (Weitere Informationen zu den Gründen für dieses Wachstum finden Sie unten im Abschnitt Starlink.) Botswana und der Sudan waren die einzigen Länder/Weltregionen, in denen sich der Traffic im Lauf des Jahres mehr als verdoppelt hat, obwohl anderswo in einigen Fällen zu bestimmten Zeitpunkten Spitzenzuwächse von über 100 % verzeichnet wurden.

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Diesjährige Trends beim Internettraffic von Botswana

Die Auswirkungen längerer Internetstörungen sind in den Diagrammen ebenfalls deutlich erkennbar. Zum Beispiel verhängte die tansanische Regierung am 29. Oktober als Reaktion auf die Proteste am Wahltag dort eine Internetsperre. Diese dauerte zwar nur einen Tag, aber es folgte eine weitere vom 30. Oktober bis zum 3. November. Obwohl der Traffic im Land vor den Sperrungen auf mehr als 40 % über den Ausgangswert geklettert war, führte die Störung letztendlich zu einem Rückgang des Datenverkehrs auf mehr als 70 % unter den Referenzwert, womit ein starker Umschwung verzeichnet wurde. Nach Wiederherstellung der Verbindung erholte sich der Datenverkehr schnell wieder. Ein ähnliches Muster wurde in Jamaika beobachtet, wo der Internetdatenverkehr vor Eintreffen von Hurrikan Melissa am 28. Oktober sprunghaft anstieg und dann deutlich sank, nachdem der Sturm Stromausfälle und Infrastrukturschäden auf der Insel verursacht hatte. Nach dem Abklingen des Hurrikans erholte sich der Traffic wieder, sodass er sich Anfang Dezember knapp über dem Ausgangswert wiederfand.

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Diesjährige Trends beim Internettraffic von Tansania

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Diesjährige Trends beim Internettraffic von Jamaika

Einige Veränderungen bei den zehn beliebtesten Internetdiensten und Aufnahme einer Reihe neuer Anbieter in die Kategorielisten

Für unseren Rückblick schauen wir uns die ersten elf Monate des Jahres an. Neben einer „übergeordneten“ Rangliste erstellen wir für die Dienste Ranglisten in neun Kategorien. Diese beruhen auf der Analyse anonymisierter Abfragedaten des an unseren öffentlichen DNS-Resolver 1.1.1.1 gerichteten Traffics von Millionen von Nutzern auf der ganzen Welt. Für die Zwecke dieser Rangliste werden Domains zusammengefasst, die zu demselben Internetdienst gehören.

Google und Facebook belegten erneut die beiden ersten Plätze unter den Top 10. Die übrigen Mitglieder der Top 10-Liste sind zwar mit der des Vorjahres identisch, doch im Mittelfeld hat es einige Verschiebungen gegeben. Microsoft, Instagram und YouTube haben jeweils zugelegt, während Amazon Web Services (AWS) um einen Platz und TikTok um vier Plätze gefallen ist.

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Diesjährige Top-Internetdienste weltweit

Unter den Diensten mit generativer KI hielt sich ChatGPT/OpenAI an der Spitze. Doch an anderer Stelle gab es Bewegung, was die Dynamik der Branche unterstreicht. Zu den Diensten, die im Ranking aufgestiegen sind, gehören Perplexity, Claude/Anthropic und GitHub Copilot. Zu den Neuzugängen in den diesjährigen Top 10 zählen Google Gemini, Windsurf AI, Grok/xAI und DeepSeek.

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Diesjährige Top-Dienste für generative KI weltweit

Auch in anderen Kategorien gab es Veränderungen innerhalb der Listen: Shopee („die führende E-Commerce-Online-Shopping-Plattform in Südostasien und Taiwan“) ist ein Neuzugang in der E-Commerce-Liste und HBO Max schaffte es in das Video-Stream-Ranking. Mit diesen kategoriebezogenen Ranglisten und den Trends bei bestimmten Diensten werden wir uns in einem eigenen Blogbeitrag eingehender beschäftigen.

Darüber hinaus bieten wir in diesem Jahr auch Einblicke in die wichtigsten Internetdienste auf Ebene der Länder/Weltregionen für die Kategorien „Gesamt“, „Generative KI“, „Soziale Netzwerke“ und „Messenger“. (2024 hatten wir nur allgemeine Gesamteinblicke veröffentlicht.)

Der Satelliten-basierte Internetdienst von SpaceX, Starlink, ist nach wie vor eine beliebte Option zur Ermöglichung von Konnektivität für nicht oder unterversorgte Gebieten sowie für Nutzer in Flugzeugen und auf Booten. Wir haben die aggregierten Anfrage-Traffic-Volumina im Zusammenhang mit Starlinks primärem autonomen System (AS14593) analysiert, um das Wachstum der Nutzung des Dienstes im gesamten Jahr 2025 nachzuverfolgen. Das mit der Trendlinie in dem Diagramm abgebildete Anfragevolumen entspricht einem gleitenden Durchschnitt über sieben Tage. 

Weltweit ist der Datenverkehr über Starlink 2025 kontinuierlich gewachsen, wobei sich das Gesamtanfragevolumen im Jahresverlauf um das 2,3-Fache erhöht hat. Wir beobachten tendenziell ein schnelles Trafficwachstum, sobald der Starlink-Dienst in einem Land/einer Weltregion verfügbar ist, und dieser Trend hat sich 2025 fortgesetzt. 

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Weltweites diesjähriges Wachstum des Starlink-Datenverkehrs

Genau das haben wir in den mehr als 20 Ländern/Weltregionen beobachtet, in denen die Verfügbarkeit von @Starlink neu angekündigt wurde: Innerhalb weniger Tage stieg der Starlink-Datenverkehr dort rapide an. Dazu gehörten Armenien, Niger, Sri Lanka und Sint Maarten.

Wir haben auch Starlink-Traffic von einer Reihe von Standorten verzeichnet, die derzeit nicht für die Serviceverfügbarkeit ausgewiesen sind. In dem von Starlink veröffentlichten Geofeed sind diesen Ländern aber IPv4- und/oder IPv6-Präfixe zugeordnet. Da Starlink-Nutzer die Möglichkeit haben, mit ihrem Dienst (und ihrer Ausrüstung) Roaming zu betreiben, stammt dieser Datenverkehr wahrscheinlich von Roaming-Nutzern in diesen Gebieten.

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Diesjähriges Wachstum des Starlink-Datenverkehrs von Niger

Unter den Ländern/Weltregionen, in denen der Dienst vor 2025 aktiv war, gehörten Benin, Osttimor und Botswana zu den Staaten mit dem größten Traffic-Wachstum, denn bei ihnen verzeichnete der Datenverkehr einen 51-, 19- und 16-fachen Anstieg. Die Verfügbarkeit von Starlink-Diensten wurde in Benin erstmals im November 2023, in Osttimor im Dezember 2024 und in Botswana im August 2024 bekannt gegeben.

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Diesjähriges Wachstum des Starlink-Datenverkehrs von Botswana

Ähnliche Dienste, wie Amazon Leo, Eutelsat Konnect und Qianfan (China), bauen ihre Satellitenkonstellationen weiter aus und nähern sich der gewerblichen Verfügbarkeit. Wir hoffen, dass wir in Zukunft das Traffic-Wachstum bei diesen Diensten ebenfalls werden nachverfolgen können.

Googlebot auch 2025 für die größte Menge an Anfragetraffic bei Cloudflare verantwortlich – Durchforstung von Millionen Websites von Cloudflare-Kunden für Suchindexierung und KI-Training

Um den aggregierten Anfrage-Traffic zu betrachten, den Cloudflare im Jahr 2025 aus dem gesamten IPv4-Internet erhalten hat, können wir eine Hilbert-Kurve nutzen. Diese ermöglicht es uns, eine Sequenz von IPv4-Adressen in einem zweidimensionalen Muster zu visuell abzubilden, das benachbarte IP-Adressen nahe beieinander hält. Dies macht sie für die Untersuchung des IPv4-Adressraums des Internets nützlich. In der Visualisierung werden IPv4-Adressen zu /20-Präfixen aggregiert. Das bedeutet, dass auf der höchsten Zoomstufe jedes Quadrat den Datenverkehr von 4.096 IPv4-Adressen darstellt. Bei diesem Aggregationsniveau bleibt die für die Visualisierung verwendete Datenmenge überschaubar. Weitere Einzelheiten zur Visualisierung finden Sie in dem Blogbeitrag „Das Jahr 2024 im Rückblick“.

Das dritte Jahr in Folge war der IP-Adressbereich, für den 2025 das maximale Volumen von Anfragen an Cloudflare verzeichnet wurde, 66.249.64.0/20 – einer von mehreren, der vom Googlebot-Webcrawler zum Abrufen von Inhalten für die Suchindexierung und das KI-Training genutzt wurden. Dass ein Googlebot-IP-Adressbereich erneut als wichtigste Quelle für Anfrage-Traffic eingestuft wurde, ist angesichts der Zahl der Websites im Cloudflare-Netzwerk und der aggressiven Crawling-Aktivität von Googlebot nicht überraschend. Auf das Googlebot-Präfix entfiel fast viermal so viel IPv4-Anfrage-Traffic wie auf die nächstgrößte Traffic-Quelle, 146.20.240.0/20, die Teil eines größeren Blocks von IPv4-Adressbereichen ist, der von Rackspace Hosting angekündigt wird. Als Cloud- und Hosting-Provider unterstützt Rackspace viele verschiedene Arten von Kunden und Anwendungen, sodass die Ursache des beobachteten, an Cloudflare gerichteten Traffics unbekannt ist.

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Vergrößerte Ansicht der Hilbert-Kurve für den Adressbereich mit dem höchsten Anfragevolumen im Jahr 2025

Dieses Jahr haben wir die Visualisierung um die Möglichkeit erweitert, nach einem autonomen System (Autonomous System Number – ASN) zu suchen. So können Sie sehen, wie breit die IP-Adressbestände eines Netzwerkanbieters über das IPv4-Universum verteilt sind. 

Ein Beispiel ist AS16509 (AMAZON-02, verwendet mit AWS), das die Ergebnisse der Akquisitionen von Amazon in Bezug auf große Mengen an IPv4-Adressraum im Laufe der Jahre darstellt. Ein weiteres Beispiel ist AS7018 (ATT-INTERNET4, AT&T), einer der größten Bekanntgeber von IPv4-Adressraum in den Vereinigten Staaten. Ein Großteil des Datenverkehrs, den wir von dieser ASN verzeichnen, stammt von 12.0.0.0/8, einem Bereich mit über 16 Millionen IPv4-Adressen, der sich seit 1983 im Besitz von AT&T befindet.

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Hilbert-Kurve mit den IPv4-Adressbereichen von AS7018, die 2025 Traffic an Cloudflare gesendet haben

Anteil des von Menschen generierten, quantensicher verschlüsselten Web-Traffics auf 52 % gestiegen

Der Begriff „quantensicher“ bezieht sich auf eine Reihe von kryptografischen Verfahren, mit denen verschlüsselte Daten vor „Harvest Now, Decrypt Later“-Angriffen geschützt werden. Dabei erfassen und speichern Angreifer Daten, um sie in der Zukunft von ausreichend leistungsfähigen Quantencomputern entschlüsseln zu lassen. Das Cloudflare-Forschungsteam beschäftigt sich seit 2017 mit quantensicherer Verschlüsselung und veröffentlicht regelmäßig Updates zum Stand des Post-Quanten-Internets.

Nach einem starken Wachstum im Jahr 2024 hat sich der weltweite Anteil des quantensicher verschlüsselten Traffics 2025 fast verdoppelt: von 29 % zu Jahresbeginn auf 52 % Anfang Dezember. 

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Diesjähriges Wachstum des quantensicher verschlüsselten TLS 1.3-Traffics weltweit

In 28 Ländern/Weltregionen hat sich der Anteil des quantensicher verschlüsselten Traffics im Lauf des Jahres mehr als verdoppelt. Unter anderem wurde ein deutliches Wachstum in Puerto Rico und Kuwait verbucht. Der Anteil Kuwaits hat sich fast verdreifacht, von 13 % auf 37 %. Der Anteil von Puerto Rico erhöhte sich von 20 % auf 49 %. 

Diese Länder gehörten zu denen, deren Anteil Mitte September deutlich zugelegt hat. Dies fiel zeitlich zusammen mit der Veröffentlichung von Betriebssystem-Updates durch Apple, infolge derer „TLS-geschützte Verbindungen nun automatisch die Unterstützung für einen hybriden, quantensicheren Schlüsselaustausch in TLS 1.3 ankündigen“. In Kuwait und Puerto Rico stammt über die Hälfte des Anfrage-Traffics von Mobilgeräten, und etwa die Hälfte kommt in beiden Ländern von iOS-Geräten. Deshalb überrascht es nicht, dass dieses Software-Update zu einem signifikanten Anstieg des Anteils quantensicher verschlüsselten Datenverkehrs geführt hat.

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Diesjähriges Wachstum des quantensicher verschlüsselten TLS 1.3-Traffics von Puerto Rico

Aus diesem Grund wurde beim Anteil des quantensicher verschlüsselten Datenverkehrs von Apple iOS-Geräten im September ein deutlicher Anstieg registriert, nachdem iOS 26 offiziell veröffentlicht worden war. Nur vier Tage nach der Veröffentlichung legte der globale Anteil der Anfragen mit Post-Quanten-Unterstützung von iOS-Geräten von knapp 2 % auf 11 % zu. Anfang Dezember nutzten bereits mehr als 25 % der Anfragen von iOS-Geräten quantensichere Verschlüsselung.

Googlebot für mehr als ein Viertel des verifizierten Bot-Traffics verantwortlich

Das neue Bot-Verzeichnis bei Cloudflare Radar bietet eine Fülle von Informationen über verifizierte Bots und signierte Agenten, einschließlich ihrer Betreiber, Kategorien und zugehörigen User Agents, Links zur Dokumentation und Traffic-Trends. Verifizierte Bots müssen eine Reihe von Anforderungen erfüllen und entweder durch Web Bot Auth oder IP-Validierung verifiziert werden. Ein signierter Agent wird von einem Endnutzer und einem verifizierten Signatur-Agenten aus deren Web Bot Auth-Implementierung kontrolliert und muss einer gesonderten Reihe von Anforderungen entsprechen.

Googlebot wird für das Durchforsten von Websites nach Inhalten zur Suchindexierung und für KI-Training verwendet und war im gesamten Jahr der mit Abstand aktivste Bot, der von Cloudflare beobachtet wurde. Zwischen Mitte Februar und Mitte Juli war die Aktivität am größten und der Höhepunkt wurde Mitte April erreicht. Googlebot war für über 28 % des Traffics von verifizierten Bots verantwortlich. Andere von Google betriebene Bots, die einen beträchtlichen Teil des Datenverkehrs generierten, waren Google AdsBot (zur Überwachung von Websites, auf denen Google-Anzeigen geschaltet werden), Google Image Proxy (zum Abrufen und Zwischenspeichern von in E-Mail-Nachrichten eingebetteten Bildern) und GoogleOther (von verschiedenen Produktteams zum Abrufen öffentlich zugänglicher Website-Inhalte verwendet).

GPTBot von OpenAI, der per Crawling Inhalte für KI-Training sucht, war der zweitaktivste Bot und verursachte etwa 7,5 % des verifizierten Bot-Traffics, wobei die Crawling-Aktivität in der ersten Jahreshälfte eher unbeständig war. Bingbot von Microsoft durchsucht Websites nach Material für die Suchindexierung und das KI-Training und hat im Lauf des Jahres 6 % des verifizierten Bot-Traffics generiert, womit seine Aktivität relativ stabil war. 

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Diesjährige Traffic-Trends für verifizierte Bots weltweit

Suchmaschinen- und KI-Crawler waren in der Kategorie der verifizierten Bots am aktivsten. Ihre Traffic-Muster stimmen weitgehend mit denen der führenden Bots in diesen Kategorien überein, darunter GoogleBot und GPTBot von OpenAI. Suchmaschinen-Crawler waren für 40 % des verifizierten Bot-Traffics verantwortlich, KI-Crawler verursachten halb so viel (20 %). Bots für die Suchmaschinenoptimierung waren ebenfalls sehr aktiv und generierten über 13 % der Anfragen von verifizierten Bots.

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Diesjährige Traffic-Trends für verifizierte Bots weltweit nach Kategorien

Erkenntnisse zu KI

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 Crawling-Volumen des Dual-Purpose-Googlebot übertraf das anderer KI-Bots und Crawler

Im September hat Cloudflare in einem Blogbeitrag einen Vorschlag für verantwortungsvolle KI-Bot-Prinzipien dargelegt, von denen eines lautet: „KI-Bots sollten einen eindeutigen Zweck haben und diesen bekannt geben“. In der Übersicht zu Best Practices für KI-Bots auf Radar stellen wir fest, dass mehrere Bot-Betreiber Crawler mit doppeltem Zweck verwenden, darunter Google und Microsoft.

Da Googlebot sowohl für die Suchmaschinenindexierung als auch für das KI-Training Crawling betreibt, haben wir diesen Dienst in unsere diesjährige Übersicht über KI-Crawler aufgenommen. 2025 übertraf sein Crawling-Volumen das anderer führender KI-Bots deutlich. Der Anfrage-Traffic begann Mitte Februar zu steigen, erreichte Ende April seinen Höhepunkt und ging dann bis Ende Juli langsam zurück. Danach legte er bis zum Ende des Jahres wieder schrittweise zu. Bingbot verfolgt ebenfalls einen ähnlichen doppelten Zweck, auch wenn sein Crawling-Volumen nur einen Bruchteil dessen von Googlebot beträgt. Die Crawling-Aktivität von Bingbot wies im Lauf des Jahres tendenziell einen Aufwärtstrend auf.

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Diesjährige Trends beim KI-Crawler-Traffic weltweit

Mit GPTBot von OpenAI wird nach Material gesucht, das zum Trainieren der Grundlagenmodelle für generative KI von OpenAI verwendet werden könnte. Die Crawling-Aktivität war das ganze Jahr über recht unbeständig und erreichte im Juni ihren Höchststand. Ende November lag sie jedoch geringfügig über dem zu Jahresbeginn verzeichneten Crawling-Niveau. 

Das Crawling-Volumen des ChatGPT-User von OpenAI, der Webseiten besucht, wenn Nutzer Fragen an ChatGPT oder ein CustomGPT stellen, hat im Lauf des Jahres ein anhaltendes Wachstum verzeichnet. Ab Mitte Februar wurde ein wöchentliches Nutzungsmuster deutlicher, was auf eine zunehmende Verwendung in Schulen und am Arbeitsplatz hindeutete. Zu Spitzenzeiten war das Anfragevolumen bis zu 16-mal höher als zu Jahresbeginn. Ein Rückgang der Aktivität war im Zeitraum Juni bis August zu beobachten, als viele Schüler, Studierende und Berufstätige Ferien hatten. 

Der OAI-SearchBot, mithilfe dessen Websites in den Suchergebnissen der Suchfunktionen von ChatGPT verlinkt und angezeigt werden, verzeichnete im August eine allmähliche Zunahme der Crawling-Aktivität, gefolgt von mehreren Traffic-Spitzen im August und September. Ab Oktober erhöhte sich die Aktivität dann noch nachdrücklicher, wobei die Anfragevolumina während einer Traffic-Spitze Ende Oktober etwa fünfmal höher war als zu Jahresbeginn.

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Diesjährige Trends beim OpenAI-Crawler-Traffic weltweit

Das Crawling durch ClaudeBot von Anthropic verdoppelte sich in der ersten Jahreshälfte effektiv, ging in der zweiten Hälfte jedoch allmählich zurück und fand sich auf einem gegenüber dem Jahresbeginn etwa 10 % höheren Niveau wieder. Der Crawling-Datenverkehr von Perplexity mit dem PerplexityBot legte im Januar und Februar langsam zu und vollzog von Mitte März bis April einen sprunghaften Anstieg. Danach fiel das Wachstum bis einschließlich Oktober moderater aus, bevor es im November wieder deutlich zunahm und schließlich etwa 3,5-mal höher war als zu Jahresbeginn.

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Diesjährige Trends beim ClaudeBot-Traffic weltweit

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Diesjährige Trends beim PerplexityBot-Traffic weltweit

Für Bytespider von ByteDance, einen der Top-KI-Crawler des Jahres 2024, wurde ein geringeres Crawling-Volumen registriert als für mehrere andere Trainings-Bots. Seine Aktivität ließ im Lauf des Jahres nach, womit sich der im letzten Jahr beobachtete Rückgang fortsetzte.

KI-„Nutzeraktionen“-Crawling mehr als 15-mal höher

Meistens erfolgt Crawling durch KI-Bots zu einem der folgenden Zwecke. Training: Website-Inhalte werden für das KI-Modelltraining erfasst. Suche: Website-Inhalte werden für Suchfunktionen auf KI-Plattformen indiziert. Nutzeraktionen: Websites werden als Reaktion auf Benutzerfragen an einen Chatbot besucht. Das für die Suche eingesetzte Crawling kann übrigens auch Crawling für Retrieval-Augmented Generation (RAG) umfassen. Dies ermöglicht es einem Urheberrechteinhaber, eigene Daten in die LLM-Generierung einzubringen, ohne dass ein Modell neu trainiert oder optimiert werden muss. (Traffic von KI-Bots, deren Crawling-Zweck unklar oder unbekannt ist, wird in der vierten Kategorie „Zweck nicht genannt“ erfasst.)

Das Crawling für Modelltraining ist für den überwiegenden Teil des KI-Crawler-Traffics verantwortlich und erreicht in Spitzenzeiten das 7- bis 8-Fache des Such-Crawlings und das 32-Fache des Nutzeraktions-Crawlings. Der Trainings-Traffic-Wert wird stark vom GPTBot von OpenAI beeinflusst und folgte daher das ganze Jahr über auch einem sehr ähnlichen Muster.

Das Crawling für die Suche war bis Mitte März am intensivsten, danach ging es um etwa 40 % zurück. Anschließend fiel das Wachstum wieder gemäßigter aus. Am Ende des gesamten Betrachtungszeitraums war es knapp 10 % niedriger als zu Jahresbeginn.

Das durch Nutzeraktionen ausgelöste Crawling begann 2025 mit dem geringsten Volumen unter den drei definierten Zwecken, hat sich aber im Januar und Februar mehr als verdoppelt. Nach einer erneuten Verdoppelung Anfang März stieg es den Rest des Jahres weiter an, sodass es Anfang Dezember mehr als 21-mal höher war als im Januar. Dieses Wachstum folgt sehr eng den Traffic-Trends, die für den ChatGPT-User-Bot von OpenAI beobachtet wurden.

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Diesjährige Trends beim Nutzeraktions-Crawler-Traffic weltweit

Googlebot allein generierte 4,5 % des HTML-Anfrage-Traffics, alle anderen KI-Bots kamen auf 4,2 %

KI-Bots haben 2025 häufig Schlagzeilen gemacht, da Content-Inhaber Bedenken bezüglich des von diesen Bots generierten Traffics äußerten, insbesondere weil sich dieser oft nicht darin niederschlägt, dass Endnutzer auf die ursprünglichen Webseiten zurückverwiesen werden. Um die Auswirkungen der Crawling-Aktivität von KI-Bots im Vergleich zu Nicht-KI-Bots und der menschlichen Webnutzung besser zu verstehen, haben wir den Anfrage-Datenverkehr für HTML-Inhalte des gesamten Kundenstamms von Cloudflare analysiert und als von einem Menschen, einem KI-Bot oder einem anderen „Nicht-KI“-Bot stammend klassifiziert. (Da wir uns hier nur auf HTML-Inhalte konzentrieren, weichen die Bot- und Nutzeranteile am Datenverkehr von den bei Radar dargestellten Werten ab, weil dort der Anfrage-Traffic für alle Inhaltstypen analysiert wird.) Der Googlebot ist beim Crawling sehr aktiv und verfolgt einen doppelten Zweck, weshalb wir seinen Anteil in dieser Analyse separat ausweisen.

Für das Gesamtjahr haben wir festgestellt, dass der Traffic von KI-Bots durchschnittlich 4,2 % der HTML-Anfragen ausmachte. Der Anteil schwankte im Lauf des Jahres stark. Anfang April sank er auf 2,4 % und Ende Juni legte er auf 6,4 % zu.

Demzufolge waren 2025 KI-freie Bots für die Hälfte der Anfragen an HTML-Seiten verantwortlich – ihr Anteil übertraf den des von Menschen generierten Datenverkehrs um sieben Prozentpunkte. In den ersten Junitagen erhöhte sich der Abstand auf bis zu 25 Prozentpunkte. Diese Traffic-Anteile begannen jedoch ab Mitte Juni, sich anzunähern. Am 11. September trat man in eine Phase ein, in der der von Menschen generierte Anteil am HTML-Traffic den von Nicht-KI-Bots zeitweise überstieg. Am 2. Dezember entfielen 47 % der HTML-Anfragen auf menschlichen Traffic und 44 % auf Bots ohne KI.

Googlebot ist ein besonders unersättlicher Crawler und war in Berichtsjahr für 4,5 % aller HTML-Anfragen verantwortlich. Das ist etwas mehr als alle KI-Bots zusammen. Der Anteil lag am Jahresanfang bei knapp 2,5 %, stieg in den folgenden vier Monaten schnell an und erreichte Ende April bei 11 % seinen Höchststand. In den nächsten Monaten orientierte er sich wieder in Richtung seines Ausgangspunkts, um in der zweiten Jahreshälfte erneut zuzulegen und das Jahr bei 5 % zu beenden. Diese Anteilsverschiebung spiegelt weitgehend die Crawling-Aktivität von Googlebot wider, wie oben beschrieben.

BLOG-3077 24 - ai-aibottrafficshare

Diesjährige HTML-Traffic-Anteile nach Bot-Typ weltweit

Anthropic mit höchstem Crawl-to-Refer-Verhältnis unter den führenden KI- und Suchplattformen

Wir haben am 1. Juli die Kennzahl Crawl-to-Refer-Verhältnis bei Radar eingeführt, um nachzuverfolgen, wie oft eine bestimmte KI- oder Suchplattform Traffic an eine Website übermittelt und wie oft sie diese Website durchsucht. Ein hoher Wert bedeutet eine große Menge an KI-gestütztem Crawling, ohne dass tatsächliche menschliche Besucher zu einer Webseite geleitet werden.

Diese Kennzahl kann volatil sein, da sich die Werte täglich verändern, je nachdem, wie sich die Crawling-Aktivität und der Referral-Traffic entwickeln. Diese Metrik vergleicht die Gesamtzahl der Anfragen von relevanten User Agents, die mit einer bestimmten Suchmaschinen- oder KI-Plattform verbunden sind und bei denen die Antworten dem Inhaltstyp „Content-type: text/html“ zuzuordnen sind, mit der Gesamtzahl der Anfragen von HTML-Inhalten, bei denen der „Referer“-Header einen Hostnamen enthält, der zu einer bestimmten Suchmaschinen- oder KI-Plattform gehört. 

Anthropic wies in diesem Jahr das höchste Crawl-to-Refer-Verhältnis auf. Es wurden Werte von bis zu 500.000:1 erreicht, zwischen Januar und Mai entwickelten sie sich allerdings relativ erratisch. Sowohl das Ausmaß als auch die starke Schwankungsanfälligkeit der Kennzahl waren wahrscheinlich auf den geringen Referral-Traffic in diesem Zeitraum zurückzuführen. Danach wurden die Verhältnisse zwar beständiger, sie blieben aber weiterhin höher als bei anderen Akteuren und lagen zwischen rund 25.000:1 und rund 100.000:1.

Die Verhältniswerte von OpenAI waren im Zeitverlauf recht sprunghaft und lagen im März teilweise bei 3.700:1. Diese Veränderungen könnten auf die Stabilisierung der Crawling-Aktivität von GPTBot zurückzuführen sein, verbunden mit einer verstärkten Nutzung der ChatGPT-Suchfunktion, deren Antworten Links zu den Quellwebseiten umfassen. Nutzer, die diesen Links folgen, würden die Zahl der Referrer erhöhen, wodurch sich das Verhältnis potenziell verringert. (Unter der Annahme, dass der Crawling-Datenverkehr nicht ähnlich stark oder stärker gestiegen ist.)

Perplexity wies das niedrigste Crawl-to-Refer-Verhältnis unter den großen KI-Plattformen auf. Zu Beginn des Jahres lag der Wert unter 100:1, bevor er Ende März auf über 700:1 kletterte, zeitgleich mit einem Anstieg des Crawling-Traffics von PerplexityBot.  Es folgte eine wieder eine Abflachung, sodass die Spitzenverhältniswerte im Allgemeinen unter 400:1 und ab September unter 200:1 blieben.

Bei den Suchplattformen zeigte der Microsoft-Wert unerwartet ein zyklisches Wochenmuster, wobei er donnerstags seinen Tiefststand und sonntags seinen Höchststand erreichte. Die Spitzenwerte lagen im Allgemeinen das ganze Jahr hindurch im Bereich von 50:1 bis 70:1. Zu Jahresbeginn betrug das Crawling-to-Refer-Verhältnis von Google etwas mehr als 3:1. Bis April stieg es stetig auf bis zu 30:1 an. Nach diesem Höchststand verringerte es sich bis Mitte Juli auf etwas erratische Weise wieder auf 3:1, in der zweiten Jahreshälfte kam es dann aber erneut zu langsamen Zuwächsen. Das Verhältnis von DuckDuckGo blieb in den ersten drei Kalenderquartalen unter 1:1, schnellte jedoch Mitte Oktober plötzlich auf 1,5:1 und hielt sich den Rest des Zeitraums auf diesem erhöhten Niveau.

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Diesjährige Crawl-to-Refer-Verhältnisse von KI- und Suchplattformen weltweit

KI-Crawler waren die am häufigsten in robots.txt-Dateien als vollständig unzulässig gekennzeichneten User Agents

Bei der robots.txt-Datei, die in RFC 9309 formell als Robots Exclusion Protocol definiert ist, handelt es sich um eine Textdatei, mit der Inhaltseigentümer Webcrawlern signalisieren können, auf welche Teile einer Website die Crawler zugreifen dürfen. Dafür werden Anweisungen verwendet, die Such- und KI-Crawler explizit für die gesamte Website oder nur für Teile davon zulassen oder sie davon ausschließen. Die Anweisungen in der Datei sind im Grunde ein „Zutritt verboten“-Schild und bieten ermöglichen keine formale Zugangskontrolle. Die verwaltete robots.txt-Funktion von Cloudflare aktualisiert automatisch die bestehende robots.txt-Datei einer Website oder erstellt eine robots.txt-Datei auf der Website, die Anweisungen enthält. Damit werden gängige KI-Bot-Betreiber aufgefordert, die Inhalte nicht für das KI-Modelltraining zu verwenden. Darüber hinaus können unsere AI Crawl Control-Funktionen Verstöße gegen die robots.txt-Anweisungen einer Website nachverfolgen und dem Website-Betreiber die Möglichkeit geben, Anfragen des betreffenden User Agent zu blockieren.

Bei Cloudflare Radar bieten wir Informationen zur Anzahl der robots.txt-Dateien, die unter unseren Top-10.000-Domains gefunden wurden, sowie zur vollständigen/teilweisen Verteilung der „Allow“- und „Disallow“-Anweisungen innerhalb der Dateien für ausgewählte Crawler-User-Agents. (In diesem Zusammenhang bezieht sich „vollständig“ auf Anweisungen, die für die gesamte Website gelten, und „teilweise“ auf solche, die nur bestimmte Pfade oder Dateitypen betreffen.) Auf der Microsite „Das Jahr im Rückblick“ zeigen wir, was sich bei diesen Anweisungen im Lauf des Jahres verändert hat.

Die User Agents, die in den Anweisungen am häufigsten vollständig verbannt werden, sind diejenigen, die mit KI-Crawlern verbunden sind – darunter GPTBot, ClaudeBot und CCBot. Bei den Anweisungen für Googlebot- und Bingbot-Crawler, die sowohl für die Suchindexierung als auch für das KI-Training verwendet werden, bestand starke Tendenz zu einer Teilsperre. Der Fokus lag dabei wahrscheinlich auf der Abschirmung von Login-Endpunkten und anderen Bereichen einer Website, die keinen Content enthalten. Für diese beiden Bots stellten die für die gesamte Website geltenden Anweisungen nur einen geringen Teil der Gesamtanzahl der im Lauf des Jahres beobachteten Sperranweisungen dar. 

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Sperranweisung in robots.txt aufgeschlüsselt nach User Agent

Die Anzahl expliziter „Allow“-Anweisungen in den gefundenen robots.txt-Dateien war geringer als die Anzahl der „Disallow“-Anweisungen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass „Allow“ die Standardeinstellung ist, wenn keine spezifische Anweisung festgelegt wurde. Googlebot war Gegenstand der größten Anzahl expliziter „Allow“-Anweisungen, auch wenn es sich bei mehr als der Hälfte davon nur um Teilgenehmigungen handelte. Auf KI-Crawler abzielende „Allow“-Anweisungen wurden in weniger Domains gefunden. Bei Anweisungen, die auf die Crawler von OpenAI abzielen, bestand eher die Tendenz zu expliziten, vollständigen Genehmigungen. 

Google-Extended ist ein User-Agent-Token, mit dem Webpublisher festlegen können, ob Inhalte, die Google auf ihren Websites erfasst, für das Training von Gemini-Modellen oder die Bereitstellung von Websiteinhalten aus dem Google-Suchindex für Gemini verwendet werden dürfen. Die Anzahl der darauf abzielenden „Allow“-Anweisungen hat sich im Jahresverlauf verdreifacht. Die meisten gewährten zu Jahresbeginn nur teilweisen Zugriff. Am Ende des Jahres war die Zahl der Anweisungen, die den vollständigen Zugriff auf die Website explizit erlaubte, höher als die der Direktiven, die nur den Zugriff auf einen Teil der Websiteinhalte gestatteten. 

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Anweisung zur Genehmigung in robots.txt aufgeschlüsselt nach User Agent

Llama-3-8b-Instruct-Modell von Meta bei Workers AI am beliebtesten – Textgenerierung beliebteste Aufgabenart

Die Landschaft der KI-Modelle entwickelt sich rasant weiter. Anbieter bringen regelmäßig leistungsstärkere Modelle auf den Markt, die Aufgaben wie Text- und Bildgenerierung, Spracherkennung und Bildklassifizierung bewältigen können. Cloudflare arbeitet eng mit Anbietern von KI-Modellen zusammen, damit Workers AI diese Modelle so früh wie möglich nach ihrer Veröffentlichung unterstützen kann. Außerdem haben wir kürzlich Replicate übernommen, um unseren Katalog unterstützter Modelle deutlich zu erweitern. Seit Februar 2025 bietet Radar einen Überblick über die Beliebtheit öffentlich verfügbarer, unterstützter Modelle sowie über die Arten von Aufgaben, die diese Modelle ausführen, basierend auf dem Anteil der Kundenkonten. 

Das ganze Jahr über dominierte das Modell llama-3-8b-instruct von Meta. Dieses erreichte 36,3 %, einen mehr als dreimal so hohen Anteil wie die nächstbeliebtesten Modelle Whisper (10,1 %) von OpenAI und stable-diffusion-xl-base-1.0 (9,8 %) von Stability AI. Sowohl Meta als auch BAAI (Beijing Academy of Artificial Intelligence) hatten mehrere Modelle unter den Top 10. Auf die Top-10-Modelle entfiel ein Anteil von 89 %, der Rest verteilte sich auf eine Vielzahl anderer Modelle.

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Die 2025 weltweit beliebtesten Modelle bei Workers AI

Die Beliebtheit der Aufgaben wurde maßgeblich von den führenden Modellen beeinflusst, wobei Textgenerierung, Text-zu-Bild und automatische Spracherkennung die Liste anführten. Die Textgenerierung wurde von 48,2 % der Workers AI-Kundenkonten verwendet, fast viermal so oft wie die Text-zu-Bild-Funktion (12,3 %) und die automatische Spracherkennung (11,0 %). 

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Die 2025 weltweit beliebtesten Aufgaben bei Workers AI

Crawling im Überblick

Zusätzlich zu der oben dargestellten Analyse für das laufende Jahr präsentieren wir im Folgenden eine zeitpunktbezogene Analyse der von Crawling betroffenen Inhalte. Diese Informationen finden sich nicht auf der „Das Jahr im Rückblick“-Microsite.

Crawling nach Weltregion

Im KI-Abschnitt des Jahresrückblicks betrachten wir den Traffic von KI-Bots und Crawlern weltweit, ohne die geografische Zuordnung des Kontos zu berücksichtigen, dem die gecrawlten Inhalte gehören. Wenn wir unter Verwendung von Daten von Oktober geografisch eine Ebene tiefer gehen und uns ansehen, welche Bots den meisten Crawling-Traffic für Websites von Kunden mit einer Rechnungsadresse in einer bestimmten Weltregion generieren, stellen wir fest, dass auf Googlebot zwischen 35 % und 55 % des Crawler-Traffics in jeder Region entfallen.

GPTBot von OpenAI oder Bingbot von Microsoft sind mit einem Crawling-Anteil von 13–14 % am zweitaktivsten. In den entwickelten Volkswirtschaften Nordamerikas, Europas und Ozeaniens hat Bingbot einen deutlichen Vorsprung gegenüber KI-Crawlern. Für Websites in schnell wachsenden Märkten Südamerikas und Asiens weist GPTBot jedoch einen geringeren Vorsprung gegenüber Bingbot auf.

Weltregion

Häufigste Crawler

Nordamerika

Googlebot (45,5 %) Bingbot (14,0 %)

Meta-ExternalAgent (7,7 %)

Südamerika

Googlebot (44,2 %) GPTBot (13,8 %) Bingbot (13,5 %)

Europa

Googlebot (48,6 %) Bingbot (13,2 %) GPTBot (10,8 %)

Asien

Googlebot (39,0 %) GPTBot (14,0 %) Bingbot (12,6 %)

Afrika

Googlebot (35,8 %) Bingbot (13,7 %) GPTBot (13,1 %)

Ozeanien

Googlebot (54,2 %) Bingbot (13,8 %) GPTBot (6,6 %)

Crawling nach Branchen

Bei der Analyse der KI-Crawler-Aktivitäten nach Kundensegment im Oktober haben wir festgestellt, dass der Einzelhandel und die Softwareindustrie durchgängig den meisten KI-Crawler-Traffic auf sich gezogen haben. Beide Branchen zusammen vereinten etwas mehr als 40 % der gesamten Aktivität auf sich.

Andere in den Top 10 hatten einen wesentlich geringeren Anteil an der Crawling-Aktivität. Auf diese Top-10-Branchen entfielen knapp 70 % der Crawling-Aktivitäten, der Rest verteilte sich auf eine Vielzahl anderer Sektoren.

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Branchenanteil der KI-Crawling-Aktivitäten, Oktober 2025

Einführung und Nutzung

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iOS-Geräte weltweit für 35 % des Mobilgeräte-Traffics und in vielen Ländern für mehr als die Hälfte des Geräte-Traffics verantwortlich

Die beiden führenden Betriebssysteme für Mobilgeräte weltweit sind iOS von Apple und Android von Google. Durch die Analyse der Informationen im User-Agent-Header, der in jeder Webanfrage enthalten ist, können wir die Verteilung des Datenverkehrs nach Client-Betriebssystem im Jahresverlauf berechnen. Android-Geräte generieren aufgrund ihrer großen Bandbreite bei Preisen, Formfaktoren und Funktionen den Großteil des weltweiten Mobilgeräte-Traffics.

Weltweit ist der Anteil des Traffics von iOS 2025 im Jahresvergleich leicht gestiegen, um zwar um zwei Prozentpunkte auf 35 %. Betrachtet man die Top-Länder gemessen am iOS-Traffic-Anteil, so erreichte Monaco mit 70 % den höchsten Anteil. iOS generierte 50 % oder mehr des Mobilgeräte-Datenverkehrs in insgesamt 30 Ländern/Weltregionen, darunter Dänemark (65 %), Japan (57 %) und Puerto Rico (52 %).

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Diesjährige Verteilung des Mobilgeräte-Traffics nach Betriebssystem weltweit

Bei Ländern/Weltregionen mit höherer Android-Nutzung waren die Anteile deutlich höher. 27 hatten 2025 einen Android-Verbreitungsanteil von über 90 %, wobei Papua-Neuguinea mit 97 % den höchsten Wert erreichte. Sudan, Malawi, Bangladesch, und Äthiopien verzeichneten ebenfalls einen Android-Anteil von 95 % oder mehr. Android war für mindestens 50 % des Mobilgeräte-Traffics in 175 Ländern/Weltregionen verantwortlich, wobei sich die Bahamas mit 51 % das Ende dieser Liste wiederfanden. 

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Diesjährige Verteilung der iOS- und Android-Nutzung

Der Anteil der Webanfragen, die HTTP/3 und HTTP/2 nutzen, ist 2025 weltweit leicht gestiegen

HTTP (HyperText Transfer Protocol) ist das Protokoll, das das World Wide Web möglich macht. Im Lauf der letzten gut 30 Jahre wurde es mehrfach grundlegend überarbeitet. Die erste standardisierte Version, HTTP/1.0, wurde 1996 eingeführt, HTTP/1.1 im Jahr 1999 und HTTP/2 im Jahr 2015. Eine bedeutende Aktualisierung stellte das 2022 standardisierte HTTP/3 dar, das auf einem neuen Transportprotokoll namens QUIC läuft. Die Verwendung von QUIC als zugrunde liegendes Transportprotokoll ermöglicht HTTP/3, Verbindungen schneller herzustellen und die Performance durch die Reduzierung der Auswirkungen von Paketverlusten und Netzwerkänderungen zu verbessern. Da HTTP/3 standardmäßig auch eine Verschlüsselung bietet, mindert seine Verwendung das Angriffsrisiko. 

Weltweit wurden dieses Jahr 50 % der Anfragen an Cloudflare über HTTP/2 gestellt. Auf HTTP/1.x entfielen 29 %, und die restlichen 21 % wurden über HTTP/3 abgewickelt. Diese Anteile sind gegenüber 2024 weitgehend unverändert – HTTP/2 und HTTP/3 haben in diesem Jahr nur um den Bruchteil eines Prozentpunkts zugelegt.

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Diesjährige Verteilung des Traffics nach HTTP-Version weltweit

In geografischer Hinsicht scheint die Nutzung von HTTP/3 sowohl zuzunehmen als auch sich zu verbreiten. Letztes Jahr haben wir festgestellt, dass acht Länder/Weltregionen mehr als ein Drittel ihrer Anfragen über HTTP/3 senden. 2025 übertrugen 15 Länder/Weltregionen mehr als ein Drittel ihrer Anfragen per HTTP/3, wobei Georgien mit einer Nutzungsrate von 38 % die höchste Nutzungsrate von Réunion aus dem Jahr 2024 (37 %) knapp übertraf. (Ein Blick auf die Daten zeigt, dass die HTTP/3-Nutzung in Georgien zu Beginn des Jahres bei 46 % lag, im Verlauf der ersten Jahreshälfte aber wieder gesunken ist, bevor sie sich stabilisierte.) Den stärksten Anstieg der HTTP/3-Nutzung im Vergleich zum Vorjahr – von 25 % auf 37 % – verzeichnete Armenien. 

In sieben Ländern/Weltregionen lag der Anteil der HTTP/3-Nutzung aufgrund eines hohen Anteils an durch Bots generierten HTTP/1.x-Traffics insgesamt unter 10 %. Dazu gehörten Hongkong, Dominica, Singapur, Irland, Iran, die Seychellen und Gibraltar. 

JavaScript-basierte Bibliotheken und Frameworks sind weiterhin integrale Werkzeuge für die Erstellung von Webseiten

Um eine moderne Webseite bereitzustellen, müssen Entwickler in der Lage sein, eine wachsende Zahl von Bibliotheken und Frameworks bei Drittanbieter-Tools und -Plattformen zu integrieren. All diese Komponenten müssen zusammenarbeiten, um eine leistungsstarke, funktionsreiche und problemlose Nutzererfahrung zu gewährleisten. Wie in den Vorjahren haben wir den URL-Scanner von Cloudflare Radar zum Durchsuchen von Websites verwendet, die mit den Top-5.000-Domains assoziiert sind, um die beliebtesten Technologien und Dienste zu ermitteln. Diese wurden in elf Kategorien unterteilt. 

jQuery wird als eine schnelle, kleine und funktionsreiche JavaScript-Bibliothek beschrieben. Unser Scan hat ergeben, dass sie auf achtmal so vielen Websites verwendet wird wie Slick, eine JavaScript-Bibliothek zur Anzeige von Bilder-Karussells. React blieb das führende JavaScript-Framework für die Entwicklung von Web-Oberflächen und wurde auf doppelt so vielen gescannten Websites gefunden wie Vue.js. PHP, Node.js und Java waren weiterhin die beliebtesten Programmiersprachen und -technologien und hatten einen deutlichen Vorsprung vor anderen Sprachen wie Ruby, Python, Perl und C.

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Diesjährige Top-Website-Technologien, Kategorie „JavaScript-Bibliotheken“

WordPress war nach wie vor das beliebteste Content-Management-System (CMS), obwohl sein Anteil an den gescannten Websites auf 47 % sank. Die von ihm eingebüßten Anteile verteilten sich auf mehrere Wettbewerber, die Zugewinne registrierten. HubSpot und Marketo waren nach wie vor die führenden Plattformen für Marketing-Automatisierung. Ihr gemeinsamer Anteil fiel 10 % höher aus als im Vorjahr. Unter den A/B-Testtools erhöhte sich der Anteil von VWO im Jahresvergleich um acht Prozentpunkte. Damit baute die Lösung ihren Vorsprung gegenüber Optimizely aus. Der Anteil des im September 2023 ausgelaufenen Diensts Google Optimize verringerte sich von 14 % auf 4 % zurückging.

Go-basierten Clients für ein Fünftel der automatisierten API-Aufrufe verantwortlich

Application Programming Interfaces (API) bilden die Grundlage moderner, dynamischer Internetseiten sowie webbasierter und nativer Anwendungen. Diese Websites und Applikationen nutzen stark automatisierte API-Aufrufe, um benutzerdefinierte Informationen bereitzustellen. Durch die Analyse des Webtraffics, der von Cloudflare geschützt und bereitgestellt wird, können wir Anfragen an API-Endpunkte identifizieren. Indem wir Heuristiken auf diese API-bezogenen Anfragen, die nachweislich nicht von einer Person über einen Browser oder eine native Mobilgeräte-App stammen, können wir die am häufigsten verwendeten Sprachen zum Erstellen von API-Clients in Erfahrung bringen.

2025 wurden 20 % der automatisierten API-Aufrufe von Go-basierten Clients durchgeführt, was einem deutlichen Wachstum gegenüber dem Go-Anteil von 12 % im Vorjahr entspricht. Auch der Anteil von Python ist im Jahresvergleich gestiegen, und zwar von 9,6 % auf 17 %. Java sprang auf den dritten Platz und erreichte einen Anteil von 11,2 %, gegenüber 7,4 % im Jahr 2024. Node.js, im vergangenen Jahr noch die zweitbeliebteste Sprache, verzeichnete 2025 einen Rückgang ihres Anteils auf nur 8,3 %, wodurch sie auf den vierten Platz abrutschte. .NET verharrte mit nur 2,3 % weiter am Ende der Top Fünf.

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Beliebteste automatisierte API-Client-Sprachen im Jahr 2025

Google bleibt führende Suchmaschine weit vor Yandex, Bing und DuckDuckGo

Cloudflare ist einzigartig gut aufgestellt, um den Marktanteil von Suchmaschinen zu messen, da wir Webseiten und Anwendungen für Millionen von Kunden schützen. Deshalb veröffentlichen wir seit dem vierten Quartal 2021 vierteljährlich Berichte zu diesen Daten. Wir verwenden den HTTP-Referer-Header zur Identifizierung der Suchmaschine, die Traffic an Kunden-Websites und -Anwendungen sendet, und präsentieren die Marktanteilsdaten als Gesamtwert sowie aufgeschlüsselt nach Gerätetyp und Betriebssystem. (Die Informationen zu Gerätetyp und Betriebssystemen beruhen auf den HTTP-Anfrage-Headern „User-Agent“ und „Client Hints“.)

Weltweit leitete Google im laufenden Jahr den meisten Traffic auf Webseiten, die von Cloudflare geschützt und bereitgestellt werden. Der Anteil betrug fast 90 %. Die anderen Suchmaschinen in den Top 5 sind Bing (3,1 %), Yandex (2,0 %), Baidu (1,4 %) und DuckDuckGo (1,2 %). Betrachtet man die Jahrestrends, sank der Anteil von Yandex von 2,5 % im Mai auf 1,5 % im Juli, während Baidu eine Steigerung von 0,9 % im April auf 1,6 % im Juni verzeichnete.

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Diesjährige Gesamtmarktanteile der Suchmaschinen weltweit

Yandex-Nutzer sind hauptsächlich in Russland ansässig, wo die inländische Plattform einen Marktanteil von 65 % hält. Dieser ist damit dort fast doppelt so hoch wie der von Google (34 %). In der Tschechischen Republik bevorzugen die Nutzer Google (84 %), aber der Anteil der lokalen Suchmaschine Seznam von 7,7 % stellt im Vergleich zu den zweitplatzierten Suchmaschinen in anderen Ländern eine starke Leistung dar. 

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Diesjährige Gesamtmarktanteile der Suchmaschinen, Tschechische Republik

Beim Traffic von „Desktop“-Systemen, der global aggregiert wird, sinkt der Marktanteil von Google auf rund 80 %, während der von Bing auf fast 11 % steigt. Dies ist wahrscheinlich auf die anhaltende Marktdominanz von Windows-Systemen zurückzuführen: Unter Windows leitet Google lediglich 76 % des Datenverkehrs weiter, Bing etwa 14 %. Beim Mobilgeräte-Traffic hält Google einen Marktanteil von fast 93 %, wobei der gleiche Anteil beim Traffic von Android- und iOS-Geräten zu verzeichnen ist.

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Diesjährige Gesamtmarktanteile der Suchmaschinen, Windows-Systeme

Weitere Einzelheiten, einschließlich der unter „Sonstige“ zusammengefassten Suchmaschinen, finden Sie im vierteljährlichen Suchmaschinen-Referral-Bericht bei Cloudflare Radar.

Chrome weiter meistgenutzter Browser auf allen Plattformen und Betriebssystemen – nur auf iOS dominiert Safari

Cloudflare ist auch in einer einzigartigen Position, den Marktanteil von Browsern zu messen. Wir veröffentlichen seit mehreren Jahren vierteljährliche Berichte zu diesem Thema. Um den Browser und das zugehörige Betriebssystem zu ermitteln, das Inhaltsanfragen vornimmt, verwenden wir Informationen aus den HTTP-Headern „User-Agent“ und „Client Hints“. Die Daten zu Browsermarktanteilen werden sowohl als Gesamtwert als auch aufgeschlüsselt nach Gerätetyp und Betriebssystem dargestellt. Die Anteile von Browsern, die sowohl auf Desktop- als auch auf Mobilgeräten verfügbar sind, z. B. Google Chrome oder Apple Safari, werden zusammengefasst dargestellt.

Weltweit stammten 2025 zwei Drittel des an Cloudflare gerichteten Anfrage-Traffics von Chrome, ähnlich wie im Vorjahr. Der Browser Safari, der ausschließlich für Apple-Geräte verfügbar ist, war mit einem Marktanteil von 15,4 % am zweitbeliebtesten. Dahinter folgten Microsoft Edge (7,4 %), Mozilla Firefox (3,7 %) und Samsung Internet (2,3 %). 

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Diesjährige Gesamtmarktanteile von Browsern weltweit

In Russland ist Chrome mit einem Anteil von 44 % weiterhin am beliebtesten, aber der heimische Yandex-Browser folgt mit einem Marktanteil von 33 % auf dem zweiten Platz. Demgegenüber erreichen Safari, Edge und Opera nicht einmal 10 %. Interessanterweise übertraf der Yandex-Browser Chrome im Juni um einen Prozentpunkt (39 % gegenüber 38 %), bevor er im weiteren Jahresverlauf erhebliche Marktanteile an Chrome verlor.

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Diesjährige Gesamtmarktanteile von Browsern in Russland

Als Standardbrowser für iOS ist Safari auf den entsprechenden Geräten mit einem Marktanteil von 79 % mit Abstand am beliebtesten. Chrome bringt es dagegen dort nur auf 19 %. Weniger als 1 % der Anfragen stammen von DuckDuckGo, Firefox und QQ Browser (in China von Tencent entwickelt). Im Gegensatz dazu stammen unter Android 85 % der Anfragen von Chrome, während das vom gleichnamigen Hersteller bereitgestellte Samsung Internet mit einem Anteil von 6,6 % an zweiter Stelle kommt. An dritter Stelle folgt mit knapp 1 % der Huawei-Browser. Und obwohl Edge der Standardbrowser unter Windows ist, verblasst der Marktanteil von 19 % im Vergleich zu Chrome, der mit einem Marktanteil von 69 % auf diesem Betriebssystem führend ist.

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Diesjährige Gesamtmarktanteile von Browsern, iOS-Geräte

Weitere Einzelheiten, einschließlich der unter „Sonstige“ zusammengefassten Browser, finden Sie in den vierteljährlichen Berichten zu Browsermarktanteilen bei Cloudflare Radar.

Konnektivität

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Knapp die Hälfte der 174 großen Internetausfälle weltweit gingen auf staatlich angeordnete regionale und nationale Abschaltungen zurück

Internetausfälle stellen weiterhin eine allgegenwärtige Bedrohung dar. Die potenziellen Auswirkungen dieser Ausfälle nehmen stetig zu, da sie zu wirtschaftlichen Einbußen, Störungen von Bildungs- und Behördendiensten sowie eingeschränkter Kommunikation führen können. 2025 haben wir in unseren vierteljährlichen zusammenfassenden Beiträgen (Q1, Q2, Q3) sowie in eigenständigen Beiträgen zu größeren Ausfällen in Portugal, Spanien und Afghanistan berichtet. Das Cloudflare Radar Outage Center verfolgt diese Internetunterbrechungen und nutzt die Traffic-Daten von Cloudflare, um Einblicke in Umfang und Dauer des Ausfalls zu erhalten.

Fast die Hälfte der beobachteten Ausfälle stand in diesem Jahr in Zusammenhang mit Internetsperren, die dazu gedacht waren, Betrug bei akademischen Prüfungen zu verhindern. Länder wie Irak, Syrien und Sudan haben während der Prüfungszeiten über mehrere Wochen wiederholt mehrstündige Abschaltungen vorgenommen. Weitere staatlich angeordnete Sperren in Libyen und Tansania erfolgten als Reaktion auf Proteste und zivile Unruhen, während die Taliban in Afghanistan die Abschaltung der Glasfaser-Internetverbindungen in mehreren Provinzen anordneten, um „Unmoral“ zu verhindern.

Schäden an Unterseekabeln und bei der inländischen Glasfaserinfrastruktur gehörten im laufenden Jahr zu den Hauptursachen für Internetstörungen. Diese Defekte führten dazu, dass es bei Netzwerkanbietern in Ländern/Weltregionen wie den Vereinigten Staaten, Südafrika, Haiti, Pakistan und Hongkong zu Unterbrechungen kam, die mehrere Stunden oder mehrere Tage dauerten. Ebenfalls beachtenswürdig war ein ein Ausfall, der durch einen Brand in einem Telekommunikationsgebäude im ägyptischen Kairo verursacht wurde, wodurch die Internetverbindung mehrerer Dienstanbieter für mehrere Tage unterbrochen wurde. Zu nennen wäre außerdem ein Ausfall in Jamaika, wo Schäden durch den Hurrikan Melissa zu einem geringeren Internettraffic von der Insel für mehr als eine Woche führten.

Wenn Sie in der Zeitleiste auf der Microsite „Das Jahr im Rückblick“ den Mauszeiger über einen Punkt bewegen, werden Informationen zu diesem Ausfall angezeigt. Wenn Sie darauf klicken, gelangen Sie zu weiteren Informationen.

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Über 170 große Internetausfälle 2025 weltweit beobachtet

Weltweit wurde weniger als ein Drittel der Dual-Stack-Anfragen über IPv6 gestellt, in Indien waren es mehr als zwei Drittel

Der verfügbare IPv4-Adressraum ist seit mindestens einem Jahrzehnt weitgehend ausgeschöpft, obwohl Lösungen wie die Netzwerkadressübersetzung es Netzwerkanbietern ermöglicht haben, aus den begrenzten IPv4-Ressourcen das meiste herauszuholen. Dies hat teilweise dazu die Einführung von IPv6 gebremst. IPv6 wurde Mitte der 1990er-Jahre als Nachfolgeprotokoll für IPv4 entwickelt und bietet einen erweiterten Adressraum, der das erwartete Wachstum der Anzahl der mit dem Internet verbundenen Geräte besser unterstützen soll.

Cloudflare ist seit fast 15 Jahren ein ebenso engagierter wie aktiver Verfechter von IPv6 und hat bereits 2011 Lösungen wie das Automatic IPv6 Gateway auf den Markt gebracht, das allen unseren Kunden kostenlose IPv6-Unterstützung ermöglichte, sowie 2014 standardmäßige IPv6-Unterstützung für alle unsere Kunden. Vereinfacht ausgedrückt, ist die serverseitige Unterstützung nur die Hälfte dessen, was für die Einführung von IPv6 erforderlich ist, da die Unterstützung auch bei Endnutzerverbindungen gegeben sein muss. Durch die Aggregation und Analyse der IP-Version, die für Anfragen an Cloudflare im gesamten Jahr verwendet wurde, erhalten wir Einblicke in die Verteilung des Traffics auf IPv6 und IPv4.

Weltweit wurden 29 % der IPv6-fähigen („Dual-Stack“) Anfragen nach Inhalten per IPv6 gestellt, ein Anstieg um einen Prozentpunkt gegenüber 2014 (28 %). Indien führte die Liste erneut mit einer IPv6-Nutzungsrate von 67 % an, gefolgt von nur drei weiteren Ländern/Weltregionen (Malaysia, Saudi-Arabien und Uruguay), die ebenfalls – wie im Vorjahr – mehr als die Hälfte ihrer Anfragen über IPv6 stellten. Einige der größten Zuwächse wurden in Belize verzeichnet, wo es im Jahresvergleich zu einer Steigerung von 4,3 % auf 24 % kam, und in Katar, wo sich die Akzeptanz 2025 auf fast 33 % verdoppelte. Leider hinken einige Länder/Weltregionen den Spitzenreitern noch hinterher. In 94 Ländern/Weltregionen liegt die Akzeptanz unter 10 % – darunter Russland (8,6 %), Irland (6,5 %) und Hongkong (3,0 %). Noch weiter abgeschlagen sind die 20 Länder/Weltregionen mit einer Akzeptanz von unter 1 %, darunter Tansania (0,9 %), Syrien (0,3 %) und Gibraltar (0,1 %).

BLOG-3077 45 - connectivity-ipv6

Diesjährige Verteilung des Traffics nach IP-Version weltweit

BLOG-3077 46 - connectivity-ipv6-top5

Diesjährige Top-Fünf-Länder mit der höchsten IPv6-Nutzung

Europäische Staaten zählten zu den Ländern mit den höchsten Download-Geschwindigkeiten von jeweils mehr als 200 Mbit/s – Spanien weiter einer der Spitzenreiter bei Internetqualität

In den letzten zehn Jahren haben wir uns Internet-Geschwindigkeitstests für verschiedene Zwecke zunutze gemacht: um die Ehrlichkeit unserer Dienstanbieter zu überprüfen, um Probleme bei einer Verbindung zu beheben oder um in den sozialen Netzwerken mit einer besonders hohen Download-Geschwindigkeit zu prahlen. Tatsächlich haben wir uns daran gewöhnt, die Download-Geschwindigkeit als primäres Maß für die Qualität einer Verbindung zu betrachten. Obwohl es sich zweifellos um eine wichtige Kennzahl handelt, kommt es für immer beliebtere Anwendungsfälle wie Videokonferenzen, Live-Streaming und Gaming auch auf hohe Upload-Geschwindigkeit und niedrige Latenz an. Doch selbst wenn Internetanbieter Servicepakete mit hoher symmetrischer Geschwindigkeit und geringerer Latenz anbieten, ist die Akzeptanz bei den Verbrauchern aufgrund von Kosten, Verfügbarkeit oder anderen Problemen oft durchwachsen.

Bei den Tests auf speed.cloudflare.com werden sowohl Download- als auch Upload-Geschwindigkeit sowie die Latenzzeit mit und ohne Last gemessen. Durch die Aggregation der Ergebnisse von 2025 weltweit durchgeführten Tests erhalten wir eine Länder-/Weltregionsperspektive auf die Durchschnittswerte für diese Kennzahlen zur Verbindungsqualität sowie Einblicke in die Verteilung der Messwerte.

Europa war 2025 unter den Ländern mit den höchsten durchschnittlichen Downloadgeschwindigkeiten stark vertreten. Spanien, Ungarn, Portugal, Dänemark, Rumänien und Frankreich fanden sich alle in den Top 10 wieder. Sowohl Spanien als auch Ungarn konnten durchschnittliche Downloadgeschwindigkeiten von über 300 Mbit/s vorweisen. In Spanien hat sich der Durchschnittswert gegenüber 2024 um 25 Mbit/s erhöht und in Ungarn um 46 Mbit/s. Viele der Länder mit den höchsten durchschnittlichen Upload-Geschwindigkeiten befanden sich in Asien. Südkorea, Macau, Singapur und Japan gehörten zu den Top 10 und erreichten alle eine durchschnittliche Upload-Geschwindigkeit von mehr als 130 Mbit/s.

Auch bei der Upload-Kennzahl führte Spanien mit 206 Mbit/s die Liste an – das waren 13 Mbit/s mehr als 2024. Das gute Abschneiden des Landes bei beiden Geschwindigkeitskennzahlen ist möglicherweise auf „UNICO-Broadband“ zurückzuführen, eine „Ausschreibung für Projekte von Telekommunikationsbetreibern zum Aufbau einer Hochgeschwindigkeits-Breitbandinfrastruktur, die Dienste mit symmetrischen Geschwindigkeiten von mindestens 300 Mbit/s und skalierbar auf 1 Gbit/s bereitstellen kann“. Angestrebt wurde damit eine Abdeckung der Bevölkerung zu 100 % im laufenden Jahr.

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Länder/Weltregionen mit den höchsten Downloadgeschwindigkeiten weltweit im Jahr 2025

Wie bereits erwähnt, sind latenzarme Verbindungen erforderlich, um Nutzern gute Gaming- und Videokonferenz-/Streaming-Erlebnisse bieten zu können. Die Latenzkennzahl lässt sich in die Latenz unter Last und Latenz ohne Last aufteilen. Erstere misst die Latenz einer ausgelasteten Verbindung, bei der Bandbreite aktiv verbraucht wird. Letztere misst die Latenz bei einer „inaktiven“ Verbindung, wenn also kein anderer Netzwerktraffic vorhanden ist. (Bei diesen Definitionen wird die Perspektive der Geschwindigkeitstest-Anwendung eingenommen.) 

2025 gehörten einige europäische Länder zu denjenigen mit den geringsten Latenzzeiten sowohl unter Last als auch ohne Last. Bei der durchschnittlichen Latenz lag Island mit 13 ms am niedrigsten, nur 2 ms besser als Moldawien. Neben diesen beiden gehörten auch Portugal, Spanien und Ungarn zu den Top 10, alle mit durchschnittlichen Latenzzeiten ohne Last von weniger als 20 ms. Moldawien führte die Liste der Länder/Weltregionen mit der geringsten durchschnittlichen Latenz unter Last mit 73 ms an. Ungarn, Spanien, Belgien, Portugal, die Slowakei und Slowenien waren ebenfalls in den Top 10 vertreten, jeweils mit durchschnittlichen Latenzzeiten von unter 100 ms.

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Gemessene Latenz unter Last und ohne Last, Moldawien

London und Los Angeles waren 2025 Hotspots für Cloudflare-Geschwindigkeitstests

Wie bereits oben erwähnt, wird mit dem Geschwindigkeitstest unter speed.cloudflare.com die Verbindungsgeschwindigkeit und Latenz eines Nutzers gemessen. Wir haben die zusammengefassten Ergebnisse dieser Tests überprüft und die Länder/Weltregionen mit den besten Ergebnissen hervorgehoben. Außerdem haben wir uns Fragen zu den Testaktivitäten auf der ganzen Welt gestellt: Wo bereitet die Verbindungsqualität den Nutzern am meisten Sorgen und wie oft führen sie Tests durch? Eine neue animierte „Jahresrückblicks“-Visualisierung veranschaulicht die wöchentlich zusammengefassten Aktivitäten der Geschwindigkeitstests.

Die Daten werden auf regionaler Ebene aggregiert, und die zugehörige Aktivität wird auf der Karte dargestellt. Die Größe der Kreise richtet sich nach der Anzahl der wöchentlich durchgeführten Tests. Standorte mit weniger als 100 Geschwindigkeitstests pro Woche werden nicht dargestellt. Betrachtet man das Testvolumen im Verlauf des Jahres, waren die Regionen Greater London und Los Angeles am aktivsten, dazu kamen Tokio, Hongkong und mehrere US-amerikanische Städte.

In der animierten Version der Grafik, die Veränderungen im Jahresverlauf darstellt, werden mehrere sprunghafte Steigerungen des Testvolumens im Wochenvergleich sichtbar. Dazu gehören die Region Nairobi (Kenia) in einem Zeitraum von sieben Tagen bis zum 10. Juni, die Region Teheran (Iran) in einem Zeitraum bis zum 29. Juli, mehrere Regionen in Russland im Zeitraum bis zum 5. August und die Region Karnataka (Indien) im Zeitraum bis zum 28. Oktober. Es ist unklar, wodurch dieser Anstieg des Testvolumens verursacht wurde – das Cloudflare Radar Outage Center zeigt keine beobachteten Internetausfälle, die diese Regionen zu diesen Zeiten beeinträchtigen. Deshalb ist es unwahrscheinlich, dass es sich um Abonnenten gehandelt hat, die die Wiederherstellung der Verbindung testen wollen.

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Diesjährige Cloudflare-Geschwindigkeitstestaktivität nach Standort

Mehr als die Hälfte des Anfrage-Traffics kam von Mobilgeräten in 117 Ländern/Weltregionen

Ob man dies nun für gut oder schlecht hält: Mobilgeräte sind im Verlauf des letzten Vierteljahrhunderts zu einem unverzichtbaren Bestandteil des Alltags geworden. Die Akzeptanz variiert je nach Weltregion. Laut Statistiken der Weltbank verfügen in zahlreichen Ländern/Weltregionen mehr als 90 % der Menschen über ein Handy. In einigen anderen liegt dieser Anteil allerdings unter 10 % (Stand Oktober 2025). In manchen Ländern/Weltregionen verbinden sich Mobilgeräte hauptsächlich über WLAN mit dem Internet, in anderen erfolgt der Internetzugang dagegen hauptsächlich über 4G/5G-Dienste („Mobile First“).

Mithilfe der im „User-Agent“-Header enthaltenen Informationen können wir bei jeder Anfrage an Cloudflare nachvollziehen, ob sie von einem Mobil-, Desktop- oder einem anderen Gerät kommt. Die globale Zusammenfassung dieser Kategorisierung für 2025 ergab, dass 43 % der Anfragen von Mobilgeräten kamen, ein Anstieg gegenüber 2014 (41 %). Der Rest stammte von „klassischen“ Laptops und Desktop-Geräten. Ähnlich einer Beobachtung im letzten Jahr stimmten diese Traffic-Anteile mit denen überein, die in Jahresrückblicken zurück bis ins Jahr ermittelt worden waren. Das lässt darauf schließen, dass die Nutzung mobiler Geräte inzwischen ein „stabiles Niveau“ erreicht hat.

In 117 Ländern/Weltregionen gingen mehr als die Hälfte der Anfragen von Mobilgeräten aus. Führend waren der Sudan mit 75 % und Malawi mit 74 %. Fünf weitere afrikanische Länder/Weltregionen – Eswatini (Swasiland), Jemen, Botswana, Mosambik und Somalia – verzeichneten 2025 ebenfalls einen Anteil mobiler Anfragen von über 70 %, was auf eine starke Verbreitung von Mobiltelefonen in dieser Weltregion zurückzuführen ist. Unter den Ländern/Weltregionen mit einem geringen Anteil am Mobilgeräte-Traffic war Gibraltar mit 5,1 % das einzige Land unterhalb der 10-Prozent-Marke. Lediglich sechs weitere Länder generierten weniger als ein Viertel der Mobilgeräte-Anfragen. Das ist weniger als 2024, als der Anteil von Mobilgeräten in einem Dutzend Ländern/Weltregionen unter 25 % gelegen hatte.

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Diesjährige Verteilung des Traffics nach Gerätetyp weltweit

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Globale Verteilung des Traffics nach Gerätetyp im Jahr 2025

Sicherheit

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6 % des weltweiten Datenverkehrs über das Netzwerk von Cloudflare wurden von unseren Systemen Abwehrmaßnahmen unterzogen, weil der Traffic als potenziell bösartig eingestuft wurde oder aus von Kunden festgelegten Gründen

Cloudflare fängt Angriffstraffic, der auf Kundenwebsites und -anwendungen abzielt, mit DDoS-Abwehrtechniken oder Web Application Firewall (WAF) Managed Rules automatisch ab und schützt so vor einer Vielzahl von Bedrohungen durch bösartige Akteure. Wir geben Kunden auch die Möglichkeit, Datenverkehr abzuwehren, der nicht schädlich ist. Dafür wenden wir Verfahren wie die Durchsatzbegrenzung bei Anfragen an oder blockieren den gesamten, von einem bestimmten Ort ausgehenden Traffic. Die Notwendigkeit hierfür kann sich regulatorischer oder geschäftlicher Natur sein. Wir haben uns den Gesamtanteil des Datenverkehrs im Cloudflare-Netzwerk während des laufenden Jahres angesehen, der aus irgendeinem Grund Abwehrmaßnahmen unterzogen wurde. Außerdem haben wir den Anteil des Traffics in den Blick genommen, der als Teil eines DDoS-Angriff eingestuft und deshalb abgefangen oder durch WAF Managed Rules blockiert wurde.

2025 wurden 6,2 % des weltweiten Datenverkehrs Abwehrmaßnahmen unterzogen. Das war ein Viertel Prozentpunkt weniger als im Vorjahr. 3,3 % des Traffics wurde als Teil eines DDoS-Angriffs oder per Managed Rules Abwehrmaßnahmen unterzogen, was einem Anstieg von einem Zehntel Prozentpunkt im Jahresvergleich entsprach. Bei mehr als 10 % des Datenverkehrs aus über 30 Ländern/Weltregionen wurden allgemeine Abwehrmaßnahmen ergriffen. In 14 Ländern/Weltregionen wurden mehr als 10 % des Ursprungs-Traffics einer DDoS/WAF-Abwehr unterzogen. Beide Werte waren im Vergleich zu 2024 rückläufig. 

Äquatorialguinea hatte den größten Anteil an Traffic, auf den Abwehrmaßnahmen angewandt wurden. 40 %. wurden einer allgemeinen Abwehr unterzogen und auf 29 % wurden DDoS/WAF-Abwehrmaßnahmen angewendet. Diese Anteile haben sich gegenüber 2024 (26 % allgemein und 19% DDoS/WAF) erhöht. Im Gegensatz dazu verzeichnete Dominica den geringsten Anteil an Datenverkehr, der Abwehrmaßnahmen unterzogen wurde. Lediglich 0,7 % des Traffics war von allgemeinen Maßnahmen betroffen und DDoS/WAF-Schutzmaßnahmen kamen nur bei 0,1 % des Traffics zum Einsatz.

Der deutliche Anstieg des abgewehrten Datenverkehrs im Juli in der untenstehenden Grafik ist auf eine sehr umfangreiche DDoS-Angriffskampagne zurückzuführen, die hauptsächlich auf eine einzelne Cloudflare-Kundendomain abzielte.

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Diesjährige Trends bei abgewehrtem Traffic weltweit

Weltweiter Bot-Traffic kam zu 40 % aus den USA und ein Viertel ging von Amazon Web Services und Google Cloud aus

Ein Bot ist eine Softwareanwendung, die für bestimmte Aufgaben programmiert wurde. Cloudflare setzt fortschrittliche Heuristiken ein, um zwischen Bot-Datenverkehr und menschlichem Traffic zu unterscheiden, und bewertet jede Anfrage hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit, dass sie von einem Bot oder einem menschlichen Nutzer stammt. Durch die Überwachung von Traffic, der vermutlich von Bots stammt, können Website- und Anwendungsbetreiber potenziell schädliche Aktivitäten erkennen und bei Bedarf blockieren. Allerdings sind nicht alle Bots bösartig – manche können auch nützlich sein. Cloudflare unterhält ein Verzeichnis verifizierter Bots. Darin sind Bots aufgeführt, die für Dinge wie die Indexierung durch Suchmaschinen, Sicherheits-Scans und die Überwachung von Websites/Anwendungen verwendet werden. Unabhängig von der Absicht haben wir analysiert, woher der Bot-Traffic 2025 stammte. Es wurde die IP-Adresse einer Anfrage verwendet, um das Netzwerk (autonomes System) und das Land/die Weltregion zu identifizieren, die mit dem Bot verbunden sind, der die Anfrage stellt. 

Weltweit entfielen 71 % des beobachteten Bot-Traffics auf die Top-10-Länder/Weltregionen. 40 % davon stammten aus den Vereinigten Staaten, weit mehr als der Anteil Deutschlands von 6,5 %. Der Anteil der USA stieg gegenüber 2024 um mehr als fünf Prozentpunkte, während der Anteil Deutschlands um den Bruchteil eines Prozentpunkts zurückging. Die verbleibenden Länder in den Top 10 trugen 2025 alle weniger als 5 % zum Bot-Datenverkehr bei.

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Diesjährige Gesamtverteilung des Bot-Traffics nach Herkunftsland/-region

Bei der Analyse des Bot-Traffics nach Netzwerk haben wir festgestellt, dass Cloud-Plattformen weiterhin zu den Hauptquellen gehören. Dies ist auf eine Reihe von Faktoren zurückzuführen, einschließlich der einfachen Nutzung automatisierter Tools zur schnellen Bereitstellung von Rechenressourcen, der relativ geringen Kosten, der breit gefächerten geografischen Abdeckung und der hohen Bandbreite der Plattformen. 

Zwei autonome Systeme, die mit Amazon Web Services verbunden sind, waren für insgesamt 14,4 % des beobachteten Bot-Traffics verantwortlich, und zwei mit Google Cloud verbundene Systeme haben zusammen 9,7 % des Bot-Traffics generiert. Dahinter folgte Microsoft Azure, das 5,5 % des Bot-Traffics verursachte. Die Anteile aller drei Plattformen sind im Vergleich zu 2024 gestiegen. Diese Cloud-Plattformen verfügen über eine starke regionale Rechenzentrumspräsenz in vielen der Länder/Weltregionen unter den Top 10. Anderswo auf der Welt entfiel häufig der größte Anteil des in diesen Ländern/Weltregionen beobachteten automatisierten Bot-Traffics auf lokale Telekommunikationsanbieter.

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Diesjährige Verteilung des globalen Bot-Traffics nach Herkunftsnetzwerk

Organisationen im Segment „Menschen und Gesellschaft“ wurden 2025 am häufigsten ins Visier genommen

Die Angreifer ändern ständig ihre Taktik und ihre Ziele. Um eine Erkennung zu vermeiden, oder je nach anvisiertem Schaden wechseln sie immer wieder ihre Vorgehensweise. Sie könnten versuchen, Unternehmen finanziellen Schaden zuzufügen, indem sie während einer umsatzstarken Shopping-Saison Verkaufswebsites ins Visier nehmen, durch Angriffe auf regierungsnahe oder zivilgesellschaftliche Websites ein politisches Statement abgeben oder versuchen, Gegner durch Attacken auf einen Gameserver offline zu nehmen. Zur Ermittlung vertikal orientierter Angriffsaktivitäten im Jahr 2025 haben wir den von Abwehrmaßnahmen betroffenen Datenverkehr von Kunden in den Fällen analysiert, in denen der Kundendatensatz eine Branche und eine vertikale Ausrichtung enthielt. Der Abwehrmaßnahmen unterzogene Traffic wurde wöchentlich nach Herkunftsland/-region in 17 Zielbranchen aggregiert.

Organisationen im Segment „Menschen und Gesellschaft“ standen im Lauf des Jahres am häufigsten im Visier: 4,4 % des weltweit abgewehrten Traffics zielten auf diesen Bereich ab. Zu den Kunden, die dem Bereich „Menschen und Gesellschaft“ zugeordnet werden, gehören religiöse Einrichtungen, gemeinnützige Organisationen, Bürger- und soziale Organisationen sowie Bibliotheken. Dieses Segment verzeichnete zu Jahresbeginn weniger als 2 % abgewehrten Datenverkehrs. Dieser Anteil jedoch stieg jedoch der Woche ab dem 5. März auf 10 % und bis zum Monatsende auf über 17 %. Weitere Zunahmen von Angriffen auf diese Websites wurden Ende April (auf 19,1 %) und Anfang Juli (auf 23,2 %) verzeichnet. Viele dieser Organisationen sind durch das Cloudflare-Projekt Galileo geschützt. Dieser Blogbeitrag beschreibt ausführlich die Angriffe und Bedrohungen, denen sie in den Jahren 2024 und 2025 ausgesetzt waren.

Im Bereich Glücksspiel/Gaming, der im letzten Jahr am häufigsten angegriffenen Branche, sank der Anteil der abgewehrten Angriffe im Vergleich zum Vorjahr um mehr als die Hälfte auf nur noch 2,6 %. Man könnte zwar erwarten, dass Attacken auf Glücksspiel-Websites ihren Höhepunkt während großer Sportereignisse wie dem Super Bowl und March Madness erreichen, doch ein solcher Trend war nicht erkennbar. Der Anteil der Angriffe erreichte mit 6,5 % in der Woche vom 5. März seinen Höchststand: einen Monat nach dem Super Bowl und einige Wochen vor dem Beginn von March Madness.

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Weltweiter Anteil des abgewehrten Datenverkehrs nach Branchen im Jahr 2025, zusammenfassende Ansicht

Die Routing-Sicherheit hat sich gemessen am Anteil der gültigen RPKI-Routen und des abgedeckten IP-Adressraums weiter verbessert

Border Gateway Protocol (BGP) ist das zentrale Routing-Protokoll des Internets und ermöglicht die Datenübertragung zwischen Quelle und Ziel durch die Übermittlung von Routen zwischen Netzwerken. Da es jedoch auf dem Vertrauen zwischen verbundenen Netzwerken beruht, kann der Austausch nicht zutreffender Informationen zwischen Peers (absichtlich oder unabsichtlich) dazu führen, dass Datenverkehr an den falschen Ort geleitet wird – möglicherweise zu Systemen, die von einem Angreifer kontrolliert werden. Um dieses Problem zu beheben, wurde die Resource Public Key Infrastructure (RPKI) als kryptografische Methode zum Signieren von Datensätzen entwickelt, die eine BGP-Routenankündigung mit der korrekten Ursprungs-AS-Nummer verknüpfen, um sicherzustellen, dass die gemeinsam genutzten Informationen ursprünglich von einem Netzwerk stammen, dem dies erlaubt ist. Cloudflare setzt sich für Routing-Sicherheit ein, unter anderem als Gründungsmitglied des CDN- und Cloud-Programms der MANRS-Initiative und durch die Bereitstellung eines öffentlichen Tools, mit dem Nutzer testen können, ob ihr Internet-Provider BGP sicher implementiert hat. 

Wir haben die auf der Routing-Seite von Cloudflare Radar verfügbaren Daten analysiert, um den Anteil der gültigen RPKI-Routen zu ermitteln und herauszufinden, wie sich dieser Anteil im Verlauf des Jahres 2025 verändert hat. Außerdem wollten wir auf diesem Weg den Anteil des IP-Adressraums, der von gültigen Routen abgedeckt wird, in Erfahrung bringen. Die letztgenannte Kennzahl ist bemerkenswert, da eine Routenankündigung, die einen großen IP-Adressbereich (Millionen von IPv4-Adressen) abdeckt, ein größeres potenzielles Auswirkungspotenzial hat als eine Ankündigung, die einen kleinen IP-Adressbereich (Hunderte von IPv4-Adressen) abdeckt.

Wir haben 2025 mit 50 % gültigen IPv4-Routen begonnen und verzeichneten bis zum 2. Dezember einen Anstieg auf 53,9 %. Der Anteil gültiger IPv6-Routen erhöhte sich um 4,7 Prozentpunkte auf 60,1 %. Betrachtet man den globalen Anteil des IP-Adressraums, der von gültigen Routen abgedeckt wird, stieg der IPv4-Anteil auf 48,5 %, ein Plus von drei Prozentpunkten. Der Anteil des durch gültige Routen abgedeckten IPv6-Adressraums sank leicht auf 61,6 %. Obwohl die Veränderungen dieser Kennzahlen im Jahresvergleich abflachen, haben wir in den letzten fünf Jahren erhebliche Fortschritte erzielt. Seit Anfang 2020 hat sich der Anteil sowohl der für RPKI gültigen IPv4-Routen als auch des IPv4-Adressraums um etwa das Dreifache erhöht.

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Diesjährige Anteile globaler, RPKI-valider Routing-Einträge nach IP-Version

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Anteil des global angekündigten IP-Adressraums, der 2025 durch RPKI-valide Routen abgedeckt wird

Barbados verzeichnete den größten Anstieg des Anteils gültiger IPv4-Routen, und zwar von 2,2 % auf 20,8 %. Betrachtet man die gültigen IPv6-Routen, verzeichnete Mali im Jahr 2025 den größten Anteilszuwachs: von 10,0 % auf 58,3 %. 

Für Barbados wurde die größte Steigerung des Anteils des von gültigen Routen abgedeckten IPv4-Bereichs registriert, und zwar von nur 2,0 % auf 18,6 %. Was den IPv6-Adressraum betraf, legten sowohl Tadschikistan als auch Dominica von effektiv keinem durch gültige Routen abgedeckten Raum zu Jahresbeginn auf 5,5 % bzw. 3,5 % zu. 

Die Größe hypervolumetrischer DDoS-Angriffe hat im Lauf des Jahres erheblich zugenommen

In unserer vierteljährlichen DDoS-Berichtsreihe (Q1, Q2, Q3) haben wir die zunehmende Häufigkeit und Größe von hypervolumetrischen Angriffen auf Netzwerkschicht, die auf Cloudflare-Kunden und die Infrastruktur von Cloudflare abzielen, hervorgehoben. Wir definieren einen „hypervolumetrischen Angriff auf Netzwerkschicht“ als einen Angriff, der auf Schicht 3/4 stattfindet und Spitzenwerte von mehr als einem Terabit pro Sekunde (1 Tbit/s) oder mehr als einer Milliarde Pakete pro Sekunde (1 Mrd. Pakete/s) erreicht. Diese Berichte bieten eine vierteljährliche Perspektive. Wir wollten aber auch einen Überblick über die Aktivität im Verlauf des Jahres geben. So kann man sich nämlich ein Bild davon machen, wann Angreifer am aktivsten sind und wie die Angriffsgrößen im Lauf der Zeit zugenommen haben. 

Betrachtet man die hypervolumetrische Angriffsaktivität im Jahr 2025 im Tbit/s-Bereich, wurden im Juli mit über 500 die meisten derartigen Angriffe verzeichnet, während es im Februar mit etwas mehr als 150 die wenigsten waren. Die Angriffsintensität blieb im Allgemeinen unter 5 Tbit/s, obwohl eine Ende August abgewehrte 10 Tbit/s-Attacke sich als Vorbote erwies. Es handelte sich um den ersten Angriff einer Kampagne mit einem Umfang von mehr als 10 Tbit/s, die in der ersten Septemberwoche durchgeführt wurde. Darauf folgten weitere Angriffe mit mehr als 20 Tbit/s in der letzten Woche des Monats. Anfang Oktober wurden mehrere zunehmend größere hypervolumetrische Attacken beobachtet, wobei der größte Angriff des Monats einen Spitzenwert von 29,7 Tbit/s erreichte. Dieser Rekord wurde jedoch bald noch übertroffen, als ein Angriff Anfang November 31,4 Tbit/s erreichte.

Bemisst man die Aktivität bei hypervolumetrischen Angriffen nach Milliarden Paketen pro Sekunde, war sie deutlich geringer. Im November wurden die meisten Attacken verzeichnet (über 140), während es im Februar und Juni nur drei waren. Die Angriffsintensität blieb im Laufe des Jahres bis Ende August im Allgemeinen unter 4 Milliarden Paketen/s, auch wenn in den folgenden Monaten eine Reihe zunehmend größerer Angriffe zu beobachten war, die im Oktober ihren Höhepunkt erreichten. Obwohl die Intensität der meisten der über 110 im Oktober abgewehrten Angriffe unter 5 Milliarden Paketen/s lag, war ein im Lauf des Monats beobachteter Angriff mit 14 Milliarden Paketen/s die größte hypervolumetrische Attacke nach dieser Bemessungsart dar, die im laufenden Jahr abgewehrt wurde. Sie übertraf fünf aufeinanderfolgende Rekordangriffe, die im September stattfanden.

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Diesjährige Höchstwerte bei DDoS-Angriffen

E-Mail-Sicherheit

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Mehr als 5 % der von Cloudflare analysierten E-Mail-Nachrichten als bösartig eingestuft

Aktuelle Statistiken deuten darauf hin, dass E-Mail nach wie vor der wichtigste Kommunikationskanal für externe Geschäftskontakte ist, trotz der zunehmenden Nutzung von Groupware/Messaging-Apps in Unternehmen. Aufgrund der breiten Verwendung von E-Mails in Unternehmen stellen sie für Angreifer weiterhin einen attraktiven Einstiegspunkt in Firmennetzwerke dar. Tools mit generativer KI erleichtern die Erstellung hochgradig zielgerichteter, schädlicher E-Mails, die in überzeugender Weise vertrauenswürdige Marken oder legitime Absender (beispielsweise Führungskräfte) imitieren, aber betrügerische Links, gefährliche Anhänge oder andere Arten von Bedrohungen enthalten. Cloudflare Email Security schützt Kunden vor Phishing-Angriffen, einschließlich solcher, die durch gezielte böswillige E-Mail-Nachrichten ausgeführt werden. 

2025 wurden durchschnittlich 5,6 % der von Cloudflare analysierten E-Mails als bösartig eingestuft. Der Anteil der von Cloudflare Email Security verarbeiteten Nachrichten, die als schädlich eingestuft wurden, lag den Großteil des Jahres über bei 4 % bis 6 %. Unsere Daten zeigen einen sprunghaften Anstieg des Anteils schädlicher E-Mails ab Oktober, der wahrscheinlich auf ein verbessertes Klassifizierungssystem von Cloudflare Email Security zurückzuführen ist.  

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Globale Trends beim Anteil bösartiger E-Mails im Jahr 2025

Betrügerische Links waren dieses Jahr die wichtigste Kategorie bösartiger E-Mail-Bedrohungen. Sie wurden in 52 % der Nachrichten gefunden, ein Anstieg gegenüber 2024 (43 %). Da der Anzeigetext für einen Hyperlink in HTML beliebig festgelegt werden kann, können Angreifer eine URL so aussehen lassen, als ob sie auf eine harmlose Website verweist, während sie in Wirklichkeit auf eine schädliche Ressource verlinkt, die zum Stehlen von Anmeldeinformationen oder zum Herunterladen von Malware verwendet werden kann. Der Anteil verarbeiteter E-Mails, die betrügerische Links enthielten, betrug Ende April und Mitte November bis zu 70 %.

Von Identitätstäuschung spricht man, wenn ein Angreifer eine E-Mail sendet, in der er vorgibt, jemand anderes zu sein. Er kann dafür Domains nutzen, die ähnlich aussehen wie legitime Domains, gefälscht sind oder Tricks mit Anzeigenamen verwenden, um den Anschein zu erwecken, dass sie von einer vertrauenswürdigen Domain stammen. Markennachahmung ist eine Form der Identitätstäuschung, bei der ein Angreifer eine Phishing-Nachricht sendet, die vorgibt, von einem bekannten Unternehmen oder einer bekannten Marke zu stammen. Bei der Markennachahmung können auch Anzeigenamen-Spoofing oder Domain-Nachahmung genutzt werden. Identitätstäuschung (38 %) und Markennachahmung (32 %) stellten 2025 eine wachsende Bedrohung dar. Auch hier wurde ein Zuwachs gegenüber 2024 (35 $ und 23 %) verzeichnet. In beiden Bereichen ergab sich Mitte November ein Anstieg.

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Diesjährige E-Mail-Bedrohungskategorien-Trends weltweit

Fast alle E-Mails von .den Top-Level-Domains christmas und .lol entweder als Spam oder als bösartig eingestuft

Cloudflare Radar bietet nicht nur Einblicke in den Traffic, die geografische Verteilung und die digitalen Zertifikate für Top-Level-Domains (TLD) wie .com oder .us, sondern auch Erkenntnisse zu den „am häufigsten missbrauchten“ TLD – also den Domains, die laut Analysen von Cloudflare Email Security den größten Anteil an bösartigen E-Mails und Spam verursachen. Die Auswertung beruht auf der TLD der Absenderdomain, die in der Absenderzeile einer E-Mail-Nachricht zu finden ist. Trifft beispielsweise eine Nachricht von sender@example.com ein, dann ist example.com die sendende Domain, und .com ist die zugehörige TLD. Für die „Jahresrückblicksanalyse haben wir nur TLD berücksichtigt, von denen wir durchschnittlich mindestens 30 Nachrichten pro Stunde verzeichnet haben.

Bei der Analyse der Nachrichten aus dem Jahr 2025 haben wir festgestellt, dass die TLD .christmas und .lol am häufigsten missbraucht wurden. 99,8 % bzw. 99,6 % der Nachrichten von diesen TLD wurden als Spam oder als bösartig eingestuft. Bei der Sortierung der Liste der TLD nach dem Anteil bösartiger E-Mails wurden bei .cfd und .sbs mehr als 90 % der analysierten E-Mails als bösartig bewertet. Die TDL .best war In Bezug auf den Anteil an Spam-E-Mails am schlimmsten: 69 % der E-Mail-Nachrichten wurden als Spam eingestuft.

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TLD mit dem größten Anteil an bösartigen und Spam-E-Mails im Jahr 2025

Fazit

Obwohl sich das Internet kontinuierlich weiterentwickelt und verändert, erscheinen einige der wichtigsten Kennzahlen inzwischen als relativ stabil. Wir gehen jedoch davon aus, dass sich andere Kennzahlen, beispielsweise solche, die KI-Trends abbilden, angesichts des rasanten Wandels in diesem Bereich in den kommenden Jahren ändern werden. 

Wir legen Ihnen ans Herz, die Cloudflare Radar-Microsite „Das Jahr 2025 im Rückblick“ zu besuchen, sich die Trends für Ihr Land/Ihre Weltregion näher anzusehen und bei ihrer Planung für das kommende Jahr zu überlegen, wie sie sich auf Ihr Unternehmen auswirken. Auf Cloudflare Radar erhalten Sie nahezu in Echtzeit Einblick in viele dieser Kennzahlen und Trends. Wie bereits oben erwähnt, empfehlen wir Ihnen, den begleitenden Blogbeitrag „Das Jahr im Rückblick“ zu lesen, um Informationen zu den führenden Internetdiensten in verschiedenen Branchen und Ländern/Weltregionen zu erhalten.

Bei Fragen können Sie sich an das Cloudflare Radar-Team wenden. Schreiben Sie einfach an radar@cloudflare.com oder kontaktieren Sie uns über Social Media: @CloudflareRadar (X), https://noc.social/@cloudflareradar (Mastodon) und radar.cloudflare.com (Bluesky).

Danksagungen

Für unseren Jahresrückblick braucht es von der Zusammenführung und Analyse der Daten über die Erstellung der Microsite bis hin zur Entwicklung der zugehörigen Inhalte – frei nach der Redewendung – ein ganzes Dorf. Ich möchte mich bei allen, die in diesem Jahr zu dem Bericht beigetragen haben, ganz herzlich für ihre Unterstützung bedanken: Jorge Pacheco, Sabina Zejnilovic, Carlos Azevedo, Mingwei Zhang, Sofia Cardita (Datenanalyse); André Páscoa, Nuno Pereira (Frontend-Entwicklung); João Tomé (Most Popular Internet Services); David Fidalgo, Janet Villarreal und dem Internationalisierungsteam (Übersetzungen); Jackie Dutton, Kari Linder, Guille Lasarte (Kommunikation); Laurel Wamsley (Blog-Bearbeitung); und Paula Tavares (Engineering Management) sowie anderen Kolleginnen und Kollegen bei Cloudflare.

Wir schützen komplette Firmennetzwerke, helfen Kunden dabei, Internetanwendungen effizient zu erstellen, jede Website oder Internetanwendung zu beschleunigen, DDoS-Angriffe abzuwehren, Hacker in Schach zu halten, und unterstützen Sie bei Ihrer Umstellung auf Zero Trust.

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Cloudflare-Dienstausfall am 5. Dezember 2025

Am 5. Dezember 2025, etwa um 8:47 Uhr UTC, kam es bei Cloudflare zu einem erheblichen Traffic-Ausfall. Der Vorfall dauerte ungefähr 25 Minuten, bis er behoben wurde. Wir entschuldigen uns aufrichtig für die Auswirkungen, die unseren Kunden und dem Internet entstanden sind. Der Vorfall wurde nicht durch einen Angriff verursacht, sondern war auf Konfigurationsänderungen zurückzuführen, die vorgenommen wurden, um eine aktuelle, branchenweite Schwachstelle in React Server Components zu beheben....